Archiv: Sicherheit

Meinung: Was „Toulouse“ uns lehrt

      

Warum die genaue Ursachenforschung bei Gewalttaten  wichtg ist

Der Täter sieht aus wie viele dieser Großstadtjugendlichen. Ein „Schwarzkopf“ mit Kurzhaarschnitt und einem drahtigen Körper, der ihn irgendwie „verhungert“ aussehen und bedeutend jünger erscheinen lässt, als er ist. Die Gesten konterkarieren das: protzig, mehr „Schein als Sein“, irgendwie auf „dicke Hose“ machen.

Dann kommen die Tage im März 2012, an denen Mohammed M., ein 23 jähriger Franzose algerischer Herkunft, Schlagzeilen machen wird. Er steigt auf seinen Roller, mäht sieben Menschen nieder – französische Soldaten, Kinder und den Lehrer einer jüdischen Schule. Und zum Schluss liefert er sich stundenlange Schießereien mit der französischen Polizei. Einfach unbegreiflich.

Er habe sich rächen wollen für Frankreichs Einsatz in Afghanistan, stehe mit Al Qaida im Bund, sei erbost über den Umgang der Juden mit den Palästinensern, wurde in einem pakistanischen Terrorcamp trainiert, will eine französische Zeitung erfahren haben. Ein Täter mit politischen Hintergrund? Immerhin. Solange es „Begründungen“ gibt, seien sie auch noch so fadenscheinig, dann könnte, sollte der französischen Staatschutz zuständig sein, denn dafür sind Geheimdienste da.

Nach Darstellung seines Anwalts war Mohammed M. dagegen kein „Politischer“. Vielmehr ein vereinsamter Jugendlicher ohne jegliche politische Kontakte. Ist diese Darstellung korrekt, dann hätten die Allmachtsphantasien eines Narzissten sieben Menschenleben gekostet. Ohne gezielte Motivation.

Bei der Verhinderung dieser Art von Straftaten ist der Staat machtlos. Nur die Gesellschaft mit ihren sozialen Kontrollsystemen hätte – vielleicht – etwas bemerken können. Der Staat sollte, muss sich tunlichst da raushalten. Auch um sich dauerhaft nicht selbst zu beschädigen. Siehe Frankreich.

Posthum wird der 23jährige Täter von Toulouse zum „Sicherheitsrisiko“ erklärt. Die Grand Nation streitet mit Algerien, wer die sterblichen Überreste beisetzen muss. Beide Länder fürchten, dass die Grabstätte ein Wallfahrtsort für Islamisten werden könnte. Ist Mohammed M. wirklich „nur“ ein verwirrter Einzeltäter gewesen, dann wird er mit der Diskussion zur „Staatsaffaire“ aufgewertet. Was wiederum andere geltungssüchtige Psychopaten einladen könnte, es Mohammed M. gleichzutun. Genau so ticken Narzissten nämlich.

Deren „Entlarvung“ wiederum kann, darf keine staatliche Angelegenheit werden. Es sei denn, die Bürger sind bereit, für den Preis eines vorgegaukelten „Staats-Schutzes“ die Überwachung jedes Lebensbereichs in Kauf zu nehmen. In der Praxis hieße das: Verfassungsschützer rein in die Kneipen, in die Cafes, in die Schulen, damit der Rest der Gesellschaft sorgenlos bleibt.

Die Alternative dazu ist eben keine Bürgerwehr, aber eine wehrhafte Gesellschaft, die wieder einen Instinkt entwickelt für „Unregelmäßigkeiten“ beim Nachbarn und Nebenmann. Diese Unregelmäßigkeiten heißen ganz lapidar Verzweiflung, Isolation oder Realitätsverlust. Mit anderen Worten: Bemitleidenswerte Seelenzustände, die sich nichts destotrotz eben auch in Mord und Totschlag entladen. Vorzugsweise bei jungen, durchs Internet radikalisierten Männern, wie der Verfassungsschutz das nennt.

Dass man für diese Personengruppe die Eltern schlecht als „Aufpasser“ in die Pflicht nehmen kann müsste jedem Sicherheitsexperten klar sein. Diese Heranwachsenden sind isoliert und werden zu Tätern, obwohl sie mit ihren „Erziehungsberechtigten“ zusammen wohnen.

Wer also soll es richten? Lehrer? Vielleicht. Aber nur, wenn dieser ohnehin strapazierten Personengruppe deutlich wahrnehmbare ideelle, personelle und finanzielle Unterstützung gewährt wird. Dazu Jugendzentren. Vereinen – jedem, der irgendwie die Chance haben könnte, einen dieser Fehlgeleiteten zu erkennen und zu erreichen.

Ich höre schon die Einwände. Der „Leistungsnachweis“ solcher Projekte sei nicht erbracht. Es gäbe keine Evaluation, die den Zusammenhang von – sagen wir – Straßenfußball – Projekten und Terrorismusbekämpfung belegen könne.

Stimmt. Wird es auch nie geben. Aber die Aussicht, möglicherweise ein paar Tausend Euro für ein Jugendprojekt in den Sand zu setzen, das möglicherweise keinen Psychopathen von seinem Amoklauf abhält, aber dann doch zumindest andere Jugendliche für eine Weile glücklich macht, scheint mir erträglicher als die gesellschaftliche Omnipräsenz von „Schlapphüten“, die mich vor Psychopaten auch nicht schützen können.

Der Zeitreisende

      

Wie bringt man Kindern und Jugendlichen nahe, welche Vorzüge „Demokratie“ hat? In dem man Geschichten erzählt. Das folgende Expose habe ich 2011 als Rohfassung eines Hörspiels für afghanische Jugendliche geschrieben. Umgesetzt von der Deutschen Welle:

 

Charaktere:

Said: 15 Jahre, lebt seit dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante in einem Dorf, das immerhin eine Schule hat. Er ist aufgeweckt und wissbegierig, zugleich fantasievoll und ein guter Schüler. Daß die Tante ihn zwingen will, die Schule zu beenden bekümmert ihn zutiefst.

Die Tante: ist schon alt, verbittert und fühlt sich durch die Aufgabe, Said, einen jungen Mann, zu erziehen völlig überfordert. Sie ist boshaft, flüchtet sich im nächsten Moment gern in ein Gejammer über Schmerzen und Krankheiten, wenn ihr alles zu viel wird. Sie fordert von Said, zu arbeiten, um die Tante finanziell zu unterstützen.

Saids Eltern: sind gestorben als Hamid drei Jahre alt war. Bis dahin war sein Vater Lehrer

Mohammed: jüngerer Bruder des Großvaters, Onkel der Tante,  mit einem kleinen Haushaltswarenladen in Kabul

Parvez: ein Parlamentsabgeordneter in den 60ger Jahren

 

Der Zeitreisende

Eine Hiobsbotschaft

Als Said von der Schule kommt trifft er die Tante vor der Haustür. Er wundert sich. Sie ist schon klapperig und geht nur im Notfall raus. Drinnen beklagt sie sich zunächst wieder über ihre Schmerzen im Körper. Dann eröffnet sie dem Jungen, dass sie eine Nachricht erhalten und Arbeit für ihn hat. Er soll in Kabul als Handlanger im Laden ihres alten Onkels arbeiten. Ohnehin gibt er der Tante Geld für Saids Unterhalt, seit Saids Eltern gestorben sind. Die Tante will, dass Said dem alten Mann hilft. Obwohl sie über ihn schimpft. Er sei immer ein Freigeist gewesen. Einer mit Rosinen im Kopf. Bis heute wusste Said nicht mal, dass es ihn gibt.

 

Ein geheimnisvoller Fund

Kabul? Undenkbar, so launisch die Tante sein mag. Ein Leben ohne die Schule, Bücher und Lernen? Vor allem: Ohne die Schule, in der der Vater als Lehrer gearbeitet hat? Das kann sich Said nicht vorstellen. Er will doch später studieren und zwar Geschichte! Er verkriecht sich im Keller, findet einen alten Mantel. In dessen Tasche entdeckt er eine Streichholzschachtel. Und ein Hochzeitsfoto seiner Eltern.  „Helft mir doch“, fleht er das Foto an. Da sieht er die rätselhafte Aufschrift auf der Streichholzschachtel. „Ich bin das Licht der Erkenntnis.“ Mit zitternden Händen entflammt Said das erste Streichholz.

 

Zum Wohl des Landes

Wusch…..Wo ist er nur hingeraten? In jedem Fall ist es eine Stadt. Ein Versammlungssaal. Ein Mann spricht. Said erstarrt. Er scheint diesen Mann zu kennen , dem alle so respektvoll zuhören. Er hat eine entfernte Ähnlichkeit mit Saids Vater. Der Mann hält eine Rede. Er spricht von Modernisierung des Landes. Von afghanischen Männern und Frauen, die gemeinsam zum Wohl des Landes beitragen. Von Armut, die abgeschafft werden soll, von Büchern für alle, von Wissen und Bildung für eine goldene Zukunft Afghanistans. Die Menge erstarrt. Einige klatschen. Andere murren. Das ist „Majestätsbeleidigung“, rufen sie. Majestätsbeleidigung? Ja gibt es denn einen König? Er muss in die Vergangenheit geraten sein. Welche Zeit mag das sein? Der Tumult im Saal wird immer größer. Said flieht in einen leeren, dunklen  Raum. Wie findet er zurück in seine Zeit? Wo ist er hier überhaupt? Er zündet ein Streichholz, um zu sehen, wo er hingeraten ist…..Wusch.

 

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Die Tante stöhnt. Diesmal zwickt es im Fuß. Vorsichtig fragt Said, ob sie sich an die Regentschaft des letzten Königs erinnern kann. Doch sie schreit ihn nur an. Viel zu jung sei sie gewesen. Überhaupt – wohin nur all die dummen Fragen führen sollen. Morgen solle er Abschied nehmen von der Schule. Übermorgen sei Schluss mit dem Lernen. Saids Versuch, zu argumentieren, sein Bitten und Flehen würgt sie ab. „Füge Dich in Dein Schicksal. Und jetzt massier mir die Füße“

 

Die Botschaft des Königs

Said will dem Unausweichlichen entfliehen. Und ihm fällt dazu nur ein Weg ein: die Streichhölzer. Wenn die Gegenwart unerträglich ist, will er in der Vergangenheit leben.  Er entzündet ein Streichholz.  Wusch! Wieder eine Versammlung. Aber nun sind die Männer und Frauen still, gespannt. Es ist das Parlament und alle warten. Plötzlich sieht Said den König. Er spricht zu den Abgeordneten und bestätigt, dass sie künftig Afghanistan mitregieren werden. Die Zeiten seien zu kompliziert. Ein Mann allein – und wenn es der König wäre – könne nicht alle Antworten auf Fragen finden. Und wieder sieht Said den Mann, der beim letzten Mal eine Rede gehalten hat. Said ist so verzweifelt und der Mann sieht so sympathisch aus, dass er ihn anspricht.

 

Ein neuer Freund

Gemeinsam gehen sie in ein Cafe. Said staunt über die Menschen. Es sitzen sogar Frauen da, sie debattieren mit Männern über Politik. Überhaupt scheinen die Menschen fröhlich, gelöst, hoffnungsvoll. Parvez – so heißt der neue Freund –  erzählt, dass er Parlamentsabgeordneter sei und dass Said gerade Zeuge eines historischen Moments gewesen ist. Said nutzt die Gelegenheit und „quetscht“ ihn aus. Aber als Parvez Näheres über Said wissen möchte bekommt der furchtbare Angst. „Ich bin ein Junge aus der Zukunft,“ antwortet er ausweichend.  „Wenn du die Zukunft bist, dann ist mir nicht bang“, antwortet Parwez gelassen.

 

Jeder hat seine Zeit

Said öffnet sich, erklärt ihm, dass er in der Vergangenheit leben wolle und von den Schwierigkeiten mit der Tante aber Parvez schüttelt den Kopf. „Die Zeit, in der ich lebe ist eine interessante Zeit, doch man kann nicht in der Vergangenheit leben. Geh zurück, mein Junge. Denn diese Zeit ist nicht Deine. Das Schicksal eines Menschen ist so veränderlich wie die des Landes. Fass Vertrauen in Deine Zeit und Dein Schicksal. Dann wird sich alles zum Guten wenden. “ Er drückt Said die Streichhölzer in die Hand. Wusch.

 

Neues Heim

Mit der Tante fährt Said am nächsten Tag nach Kabul. Der Großonkel ist alt, aber Said mag ihn sofort. Er erinnert ihn an Parvez. Der Onkel erklärt, dass der Junge sich in seinem neuen Zuhause umsehen könne. Said geht zunächst in den Laden. Unter der Theke entdeckt er ein Buch. Ein Geschichtsbuch über die 60ger Jahre. Sollte das dem Großonkel gehören? Das ist ein Zeichen! Said lauscht. Die Tante streitet mit dem Alten. Der Junge sei ein Taugenichts. Wie alle Männer in der Familie. Sie könnten nichts als Reden halten und ihre Nase in Bücher stecken.  Der Onkel schmunzelt. Das sei keine Beleidigung.  Der Junge sei wie sein Vater. Wie sein Großonkel. Und wie der Großvater. Parvez habe vom Leben auch mehr gewollt, als nur Arbeit und Geld verdienen. Parvez? Said stutzt. Noch ein Zeichen, ein glücklicher Zufall. Er macht ihm Mut.

 

Geständnisse

Said fasst sich ein Herz und erzählt die wundersame Geschichte der Streichhölzer. Natürlich glaubt die Tante kein Wort. Mohammed ist „Feuer und Flamme“. Er erinnert sich daran, dass sein Bruder als kleiner Junge eine rätselhafte Streichholzschachtel besessen hat mit der Aufschrift: „Ich bin das Licht der Erkenntnis.“

 

Das letzte Streichholz

Wusch. Noch einmal sehen sie den Großvater, den Bruder. Der ist überrascht und glücklich, dass er seinen Bruder als alten Mann und seinen Enkel kennen lernen darf. Allen fällt es schwer, Abschied zu nehmen. Diesmal für immer, denn es gibt nur noch ein Streichholz. Aber der Großvater tröstet Said. Er werde immer bei ihm sein, wenn er ihn brauche. Und Mohammed solle ihm alles erzählen über die damalige Zeit. Die guten Erfahrungen und Fehler könnten ein Kompass in der Gegenwart sein, der hoffentlich in eine bessere Zukunft führe. Saids persönliche und die des Landes.

 

Das Licht der Erkenntnis

Die Tante muss sich geschlagen geben. Möglicherweise würde doch noch etwas Anständiges werden aus Said“, mault sie. Der Onkel schlägt vor, dass Said die Schule im Dorf zu Ende macht und ihn öfter besucht. Wenn er will, kann er – so er noch lebt – beim Onkel in Kabul wohnen wenn er studiert. Und dann umarmen sie sich. Saids Hände betasten die Streichholzschachtel in seiner Tasche.  Im Geiste sieht er die Aufschrift. „Ich bin das Licht der Erkenntnis.“

 

Frühjahr 2011

Kein bisschen Frieden…im Nahen Osten

      

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit möchte der amerikanische Präsident Bush noch mal schnell Frieden machen im Nahen Osten. Ob dieses Engagement realistisch ist, welche Alternativen es zu einem politischen Annäherungsprozess gäbe und welche Rolle Europa dabei spielen könnte – darüber diskutierten rund 60 ausgewiesene Nahost – Experten aus Deutschland und dem Nahen Osten auf Einladung der Zeit – Stiftung in Hamburg.

Im Hinblick auf die von Präsident Bush gesteckten Ziele für den Nahost – Friedensprozess waren die Teilnehmer der Konferenz skeptisch. Allen voran der ehemalige Außenminister Joschka Fischer:

„Ich denke der Annapolisprozess ist ein wichtiger Prozess, allerdings glaube ich nicht, dass die Erwartungshaltung von Präsident Bush realistisch ist – wichtig ist, dass dieser Prozess vorangeht, und das wird längr dauern als Präsident Bush sich das vorstellt und ich denke die Europäer können dabei eine wichtige Rolle spielen und darüber wollen wir reden.“

Zwar scheinen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Regierungschef Ehud Oldert derzeit durchaus zu Friedensgesprächen bereit. Und selbst aktuelle Meinungsumfragen bei der israelischen und palästinensischen Bevölkerung signalisieren eine Zustimmung zu diesem Schritt bei der Mehrheit der jeweiligen Bevölkerung. Was einer Umsetzung im Weg steht ist nach Ansicht von vielen Teilnehmern die politisch instablile Situation in den Palästinensergebieten. Ein Problem, dass weder Oldert noch Abbas Lösen können und alle Hoffnungen auf eine friedliche Koexistenz zweier Staaten vorerst torpediert, wie Avi Primor, Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland glaubt:

„Die Lösung wird nicht aus Amerika kommen. Da muss es einen Ersatz geben und das kann nur die Europäische Uniion sein. Sie behauptet ja, dass Frieden im Nahen Osten ein europäisches Interesse ist – also tun sie etwas für das eigene Interesse bilden sie eine internationale Armee – nicht ausschließlich europäische Truppen, aber die Federführung muss europäisch sein weil nur sie glaubwürdig sein kann und diese Truppe soll dann die israelische Besatzungsmacht ablösen.“

Mit diesem Zukunftsszenario steht Primor derzeit noch ziemlich allein unter den Experten da. Die halten Ehud Olmert und Mahmud Abbas zwar für bemüht um den Friedensprozess, allerdings auch für zu schwach, um ihn in die Tat umzusetzen. So bleibt in der derzeitigen Situation offensichtlich nur, über mögliche Sreitpunkte und Detailfragen des friedesprozesses schon jetzt zu reden. Ron Pundak, Gerealdirektor des Peres Friedenszentrums in Tel Aviv und Mit – Initiator des Osloer Friedensprozesses sagt:

„Der nächste Schritt zu einem wirklichen Dialog über die Kernfragen des endgültigen Status sind die Grenzen, Jerusalem, die (palästinensischen) Flüchtlinge, die Siedlungen, Sicherheit, das Wasser und die Wirtschaft. Wir brauchen ein wirkliches Engagement auf beiden Seiten in diesen Fragen und beide sollen wissen: Wohin bewegen wir uns. Und wenn wir das wissen können wir die Lücken füllen mit diesen Verhandlungen zu jedem einzelnen Thema.“

Bis der Frieden auf politischer Ebene in greifbare Nähe rückt, bauen viele Organisationen, allen voran wissenschaftliche, auf Bildung und Ausbildung. In der Jerusalemer Denkfabrik von Madi Abdul Hadi , der Palästinian Akademic Society for the Study of International Affairs werden Studien über internationale Beziehungen erstellt, und die künftige plästinensische Elite ausgebildet:

„Ein Teil der Arbeit von Passis ist die Bildung und Ausbildung junger palästinensischer Demokraten. Wir geben ihnen Fähigkeiten (frei: Werkzeuge) und Wissen in Bezug auf Zivilgesellschaft und Verantwortlichkeiten, internationale Angelegenheiten und Fragen der Geheimhaltung.“

Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland, Avi Primor, leitet eine Privatuniversität in Israel. Noch für dieses Jahr plant er gemeinsame Vorlesungen für israelische, palästinensische und jordanische Studenten. Moderne Technik macht das möglich:

„Wir werden die Studenten nicht zusammen bringen können – im Nahen Osten ist das nicht so einfach. Aber die Dozenten werden dann pendeln zwischen den drei Zentren. Die werden Vorlesungen im einen Zentrum halten während die anderen anhand von Videokonferenzen die Vorlesung verfolgen. Und ganz am Ende wollen wir die Studenten nach Europa bringen, um Ergänzungskurse in Europa zu machen weil unter der Schirmherrschaft einer sogenannten neutralen Universität sind sie bereit alle zusammen zu kommen. So können wir auch Brücken zwischen Israelis und Arabern schlagen.“

Januar 2007, in veränderter Fassung für Deutsche Welle

Copyright auf Konfliktlösungen – made in Israel

      

Mit  dem Wort „Frieden“ begrüßt man sich auf jüdisch und arabisch. „Friede“, also „Schalom“ und „Salam“, sagen die beiden Gesprächspartner am Telefon. Ein Jude. Ein Palästinenser. Beide kennen sich nicht. Sie telefonieren, weil sie sich austauschen möchten mit „der anderen Seite“.

Der 20jährige Palästinenser Sammy Waed lebt in Ramallah, einer Stadt, in der die israelische Armee  seit Jahren mehr oder minder präsent ist – je nach politischer Situation. Sein Gesprächspartner, der 23 jährige Arik aus Tel Aviv, dient in eben jener Armee, der Zahal. Für Sammy, den Palästinenser, ist Arik, der Jude, ein potentieller Besatzer. Für Arik ist Sammy, der Palästinener einer, der sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft jagen könnte. Dass die beiden überhaupt miteinander reden ist ein Verdienst von „Parents Circle“, einer jüdisch – palästinensichen Organisation, die eine Telefonhotline für Gespräche zwischen Juden und Palästinensern eingerichtet hat. Direkter Draht zwischen den Fronten gewissermaßen. „Parents Circle“ hat rund 500 Mitglieder und alle hätten eigentlich gute Gründe, aufeinander zu schießen, statt zu reden.

Jedes Mitglied hat  im Konflikt ein Familienmitglied verloren. Oft das eigene Kind. Zum Beispiel Yitzak Frankenthal. 1994 wurde sein 19jähriger Sohn von der Hamas entführt und ermordet. Der Wut und der Trauer zum Trotz gründete der Vater „Parents Circle“ mit anderen palästinensischen und jüdischen Familien. Wut und Trauer auch bei ihnen. Das verbindet. Und darum der Wunsch, Brücken zu schlagen zur anderen Seite. Zum Beispiel mit der Telefonhotline. 830.000 Telefonate von Juden mit Palästinensern und umgekehrt hat die Organisation in den letzten 18 Monaten gezählt. Trotz oder gerade wegen der Furcht der Juden vor Attentaten, trotz oder gerade wegen der Wut der Palästinenser auf die Juden gibt es auf beiden Seiten Menschen, die sich Frieden wünschen. Und aus diesem Wunsch heraus Kontakt suchen zur Gegenseite.

Sammy erfährt Wertvolles in seinem Telefonat mit Arik. Der Soldat ist keineswegs stolz auf das, was er tut – er haßt den Militärdienst, wie er Sammy gesteht. Und langsam verändert sich das Bild, das der Palästinenser im Kopf hatte: Aus „dem Juden“, dem Träger der Uniform, dem „Besatzer“, dem „Täter“ wird plötzlich ein Mensch aus Fleisch und Blut mit Gefühlen.Ein großer Schritt in Sammys Kopf, ein kleiner Schritt für den Frieden. So sieht es auch die Europäische Kommission, die die Hotline des Parents Circle finanziell unterstützt. Die – nennen wir es mal – „Friedenskultur“ in Israel blüht weitgehend im verborgenen. Unter anderem weil die Dialogbereiten im eigenen Lager oft geschnitten oder als „Verräter“ beschimpft werden.

Fraternisieren mit dem Feind untergräbt die Moral. Aber auch im Ausland erfährt man wenig von den „kleinen Wundern“, die täglich geschehen in Israel. Fast klischeehaft mutet die  Berichterstattung vieler Medien an: „Jerusalem – Bei einem Selbstmordanschlag….“ Jenseits des Rampenlichtes hat sich – ausgerechnet in Israel – eine Friedenskultur entwickelt, die – zum Teil seit Jahrzehnten – nach Wegen aus dem Konflikt sucht. Gerade weil er zwischen Juden und Palästinensern so ausweglos scheint. Den politischen  Stolpersteinen zum Trotz: „Was passiert mit dem Tempelberg?“ Was passiert mit den Millionen von palästinensischen Flüchtlingen?“ Mit dem viel zitierten Gutmenschentum hat das wenig zu tun. Das stirbt angesichts der Gewalt in Israel ohnehin ganz schnell – platt gewalzt von israelischen Panzern in Nablus, Dschenin  oder Ramallah, zerfetzt von den Amokläufen der Selbstmörder in Jerusalem, Netanja oder Tel Aviv. Was übrig bleibt ist Angst, Wut und Verzweiflung. Aber eben immer auch  der Wunsch, dass zumindest künftige Generationen mit- oder doch zumindest nebeneinander her leben könnten. Und die daraus resultierende Erkenntnis, dass man letztlich eben doch keine Alternative hat, als irgendwie wieder aufeinander zuzugehen. Aller Toten zum Trotz. In Givat Haviva weiß man das seit 1949. Das israelische Bildungsinstitut ist aus der Kibbuzbewegung hervor gegangen, unter anderem, um zum Verständnis der mehr als hundert Ethnien, Nationalitäten und Religionen in Israel beizutragen. Auch dem Verständnis zwischen Juden und Palästinensern, die rund 17% der Bevölkerung in Israel ausmachen. So hat „Givat Haviva“ ein mehr als 50 jähriges Know How in Sachen„Friedenserziehung“. Von dem sollten auch Menschen außerhalb Israel profitieren, fanden die Organisatoren. Im Jahre 2000 stellte Givat Haviva seine Projekte bei der „EXPO“ inHannover vor. Unter anderem, um eine Art Konfliktlösungs- Transfer anzubieten. Das im Nahostkonflikt gewonnene Wissen sei durchaus auch in anderen Krisenregionen der Welt verwertbar, hieß es. Zum Beispiel in Bosnien. Auch dort: Konflikte zwischen Ethnien, Religionen. Die Idee, „Friedenserziehung“ als eine Art Ware zu exportieren löste und löst hierzulande oft Unverständnis aus. Und doch macht es für israelische Organisationen absolut Sinn. Zum einen, weil sie am Tropf des Auslands hängen. Je nach Regierungskonstellationen in Israel werden die Zuwendungen für jüdisch – israelische Dialogprogramme nämlich locker gemacht oder eingefrorenen. Ohne Unterstützung der EU oder einzelner Mitgliedstaaten  wären Friedensinitiativen in Israel gar nicht denkbar. Mitglieder vom „Parents Circle“, „Givat Haviva“ oder anderen Organisationen  sind regelmäßig zu Gast im Ausland, um bei befreundeten Gruppen, kirchlichen Organisationen oder politischen Parteien für ihre Projekte zu werben. Als „Gegenleistung“ können sich die anderen ein wenig abschauen von den oft ungewöhnlichen Ansätzen zur Friedenserziehung. Das gilt allemal, wenn man Konflikte von ideologischen, politischen, kulturellen oder ethnischen Aspekten befreit und auf psychologische beziehungsweise sozialpsychologische Beweggründe reduziert. Die Grundthese, dass alle Menschen Frieden wollen, entpuppt sich bei näherem Hinsehen, vor allem in der Dauer-Konfliktregion Naher Osten als wackelig. Je länger ein Krieg dauert, desto mehr „Gewinnler“ gibt es – finanziell und emotional. Und wenn sich nach drei oder mehr Generationen die letzte ERinnerung daran, was Frieden eigentlich sein kann ausgestorben ist,  dann kann der Kampf zum eigentlichen Daseinszweck mutieren. So betrachtet war es kein Zufall, dass Givat Haviva im Jahre 2001 den Friedenspreis der USECO für sein jüdisch – plästinensisches Begegnungsprogramm: „Kinder lehren Kinder“ bekam. Wenige Monate zuvor, im Oktober 2000, hatte Ariel Sharon den Tempelberg in Jerusalem besucht, die Spannungen eskalierten: Beginn der Al Axa Intifada. Ideologisch hat  „Kinder lehren Kinder“ viele Väter. Martin Buber („Der Mensch wird am Du zum Ich“) zum Beispiel. Oder Paolo Freire, brasilianischer Pädagoge („Dialog kann nur entstehen zwischen Menschen, die einen Dialog auch wollen“). Der Kernsatz, der immer wieder zitiert wird, kommt weiß Gott woher: „Wenn Du in Kontakt mit dem Anderen gehen willst solltest Du erst mal wissen, weil Du selber bist.“ Folglich steht auf dem Stundenplan der jüdischen und palästinensischen Schulklassen, die freiwillig an dem mehrjährigen Programm teilnehmen, zunächst mal: „Identitätskunde.“ Nicht nur für Kinder. Es ist ein Prinzip des Programms, dass auch Lehrer und Schulleiter dengesamten Prozeß mitmachen. Sie sollen am eigenen Leibe erleben, was die Schüler erfahren. Rund ein Jahr lang arbeiten beide Seiten an brennenden Fragen: Bin ich Opfer? Bin ich Täter?  Wer bin ich als Moslem in einem Land, in dem „das Einende“ die Religion ist, das Judentum,und nicht etwa die Staatsbürgerschaft? Manchmal spielerisch, manchmal tiefschürfend kreist der Unterricht der 14 bis 16 Jahre alten Schüler um diese Fragen – dreimal wöchentlich. Erst nach dieser „Besinnungsphase auf sich selbst“, meist etwa nach einem Jahr, finden die Treffen statt: Erst das der  Schulleiter, dann die Lehrer, zuletzt die Schüler. „Ihr bringt uns alle noch um“. Wenn auf einer Seite dieser Satz fällt und die Gegenseite reflexhaft antwortet: “Ihr uns auch“, dann kann er umformuliert werden:„Wir werden uns alle gegenseitig umbringen.“ Das hört sich schon anders an. Und trifft den Kern des Konflikt. Er eskaliert, sofern nicht einer „Stopp“ sagt. Er eskaliert, wenn beide Seiten sich beschuldigen, statt die eigene Verantwortung und Mittäterschaft zu erkennen. Eben das ist der entscheidende Unterschied zu vielen gut gemeinten Modellen zur „interkulturellen Kommunikation“ in Deutschland. Da „managen“ „Teamer“ „diversity“ und merken offenbar nicht, dass schon in diesen drei Worten zwei Paradoxien stecken. Türken, Afrikaner, Deutsche – wir sind alle gleich, wird hier suggeriert, ohne zu realisieren, dass der Alltag eines jeden längst eine ganz andere Sprache spricht. Universelle Harmonievorstellungen sind immer dann wenig hilfreich, wenn es ans Eingemachte geht. Kulturellen, ethischen oder religiösen Konflikten  – siehe politische Debatten um Zwangsheiraten und Ehrenmorde – kann man so einfach nicht beikommen. Darum  kracht und knallt es in Israel – auch in der Friedens-erziehung. In Einzelfällen wird der Kontakt zwischen den Gruppen sogar abgebrochen. Diese Authenzität ist spürbar bei fast allen israelischen „Konfliktlösungs – Strategen“. Darum sind sie für viele anziehend. Das Hamburger Literaturhaus ist gerammelt voll. Seit Wochen ist die Veranstaltung mit Dan-Bar On ausverkauft. Der israelische Psychologe stellt sein neues Buch vor: „Erzähl Dein Leben“. Dan Bar-Ons Eltern ist die Flucht vor den Nazis rechtzeitig geglückt. So wurde er in Haifa geboren. Hamburg, den Wohnort seiner Eltern, kannte er zunächst nur aus Erzählungen. Jahrzehnte später geht er als ausgebildeter Psychologe nach Deutschland. Er möchte zwei Bevölkerungsgruppen zusammen bringen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben wollen: Kinder von Nazi – Tätern und Kinder von Shoah – Opfern. Mehr als 10 Jahre trifft sich die Gruppe. Die Erkenntnisse dieser Konflikt reichen Begegnungen macht sich Dan Bar- On mittlerweile wieder in Israel zunutze. Gemeinsam mit einem palästinensischen Partner leitet er das „Prime“ – Peace Research Institut. Beide Psychologen arbeiten mit jüdisch – palästinensischen Lehrern. Sie schreiben gemeinsam an einem Geschichtsbuch für Israel. Oder sollte man sagen an zweien? „Es gibt keine gemeinsame Geschichte“, sagt Dan Bar-On. „Was für die seine Seite ein Freudentag ist, ist für die anderen eine Katastrophe.“ Eine nüchterne, ernüchternde Erkenntnis. Da bleibt nur noch eines, meint der israelische Psychologe. Dem anderen zuhören und ihn  in seiner Unterschiedlichkeit respektieren. Es ist so einfach und so schwer zugleich. Denn nicht mehr und nicht weniger  bedeutet: Frieden. „Hallo Schalom, hallo Salam.“ Made in Israel.

August 2006, geänderte Fassung in „Zeitschrift für Kulturaustausch“

Wenn die Handys wieder klingeln – Sicherheit für Kundus

      

„Entwarnung? Dafür sei es zu früh“, erklärt Generalmajor Hans-Werner Fritz, Kommandeur des Regionalkommandos Nord in Afghanistan. Und doch deutet manches darauf hin, dass die Anstrengungen der internationalen Truppen, Isaf, und der afghanischen Sicherheitskräfte Früchte tragen. Die Provinz Kundus sei sicherer geworden, versichern die Bewohner. Es scheint, als hätten die Aufständischen in der Stadt und der Region an Einfluss verloren.

Boden gewonnen

Gul Rahim Niazman arbeitet am  Institut für Frieden – und Konfliktforschung. „In den letzten Wochen hat sich die Sicherheitslage in Kundus verbessert“, versichert der Wissenschaftler. Zum Beispiel Gultappa. Das Gebiet war bis vor kurzem eine Hochburg der Aufständischen. Nun offenbar die Wende. „Die nächtlichen Angriffe auf die Aufständischen haben zugenommen", sagt Gul Rahim Niazman."Sie können ihre Stellungen nicht halten." Die Zusammenarbeit zwischen afghanischer Polizei, den Deutschen, den Amerikaner und der Nationalarmee scheint also zumindest in diesem Fall erfolgreich gewesen zu sein.

Nachts telefonieren

Mehr Sicherheit – das spürt auch die Bevölkerung. Allerdings bringt sie das weniger mit militärischen Leistungen, sondern der wieder erworbenen Fähigkeit fernmündlicher Kommunikation in Zusammenhang. Saghar, eine Schülerin aus Kundus, freut sich: „Das Mobilfunknetz war lahmgelegt. Jetzt funktioniert es wieder.“ Erstaunlich viele Bewohner des armen Landes besitzen ein Handy. Doch im Frühjahr 2010 hatten die Taliban Druck auf die afghanischen Mobil-Netz-Anbieter ausgeübt, bis die tatsächlich eine Sperre verhängten. Die Folge: keine nächtlichen Telefonate im Raum Kundus. Mit der „Funkstille“ zwischen 6 bis 6 Uhr ist es vorbei. Mohammed Quadir ist begeistert: „Das zeigt den Erfolg der Regierung. Und den der Sicherheitskräfte. Die Menschen empfinden eine Besserung der Sicherheitslage.“

Hilfe aus der Bevölkerung

Im Frühjahr 2010 hatten die Isaf – Truppen mit ihrer Offensive in der Region begonnen. Viele Afghanen hätten die Soldaten unterstützt und auf Sprengfallen und mögliche Angriffe der Taliban hingewiesen, berichtet Generalmajor Fritz in einem Interview der FAZ. Und ergänzt, dass sich die Bevölkerung nach einem Ende der Gewalt und Sicherheit sehne. Genau darum ist für Mohammed Khan das gute Verhältnis zwischen Bevölkerung und Polizei in Kundus wichtig: „Das sind alles Jungs aus der Nachbarschaft hier in Chardarrah“, erklärt er stolz. „Die Aufständischen sind geflüchtet und hier hat jetzt die Polizei die Kontrolle. Wenn eine Gefahr droht, dann sind sie zur Stelle.“

Ohne Sicherheit kein Aufbau

Zum Beispiel Najibullah aus Chardarrah. Der Polizist lässt keinen Zweifel daran, dass er sich mit Taten und Worten zum Schutz der Bevölkerung eingesetzt. Gemeinsam mit den nationalen und internationalen Sicherheitskräften: „Die ISAF ist da, die afghanische Nationalarmee und dann gibt’s auch die Polizei – also uns. Ich verspreche den Menschen, dass die Taliban in kürzester Zeit  von hier vertrieben werden. Wir lassen es nicht zu, dass die Taliban hier bleiben.“

Neue Offensive?

Die Bevölkerung der Region wird das gern hören. Zur Strategie der Taliban gehört, dass sich niemand sicher fühlen soll. Um dann selbst die  „Beschützerrolle“ zu übernehmen – und sich die Dienste gut bezahlen zu lassen. Oder Gewalt anzuwenden. Gerade darum sehnt sich die Bevölkerung nach einem Ende der Auseinandersetzungen. Was noch dauern kann. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung hat der Kommandeur des Regionalkommandos Nord eine weitere Großoffensive gegen die Taliban im Raum Kundus für Ende Januar angekündigt. Wenige Tage zuvor muss der Bundestag über eine Verlängerung des Afghanistan – Mandates der Bundeswehr entscheiden.

Januar 2011, in geänderter Form gesendet auf Deutsche Welle

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