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Journalismus

JOURNALISMUS

Zusammenhänge müssen nicht wirklich bestehen, aber ohne sie würde alles zerfallen.“
(Robert Menasse, Die Hauptstadt)

In einer „Gesellschaft der Singularitäten“ (Buch hier) scheinen immer mehr Menschen das Internet dem klassischen Journalismus als Informationsquelle vorzuziehen. Derzeit bilden sich „Kommunikationen der Singularitäten“, in der das Öffentliche partikularisiert wird.

Das ist meiner Meinung nach kein Ersatz für gut recherchierten, gut erzählten Journalismus – Als Konsumentin wie als ausgebildete Journalistin vermisse ich mehr und mehr einen klaren Standpunkt. (Ja natürlich bin ich befangen.)


Afghanistan

Es kann ein echtes Abenteuer werden, sich im Norden Afghanistans fortzubewegen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatte diese Pressereise zum Thema „Vernetzte Sicherheit“ organisiert. Unter anderem konnten Journalisten einen Eindruck über Projekte deutscher Entwicklungszusammenarbeit gewinnen.

 

 

Die ressortübergreifende Zusammenarbeit der deutschen Vertreter von Auswärtigem Amt (AA), BMZ, Militär (BMVg) und Polizei (BMI) in den sogenannten Wiederaufbauteams erfordert gute Absprachen. Für die afghanischen Sicherheitskräfte ist der Umgang mit Vertretern ziviler Organisationen häufig ungewohnt.
 

Für die Kindersendung von Deutschlandradio-Kultur habe ich Kinder in Afghanistan portraitiert.

Rund 30 Minuten nach einer Autopanne „in the middle of nowhere“ ohne Monteur und Abschleppdienst im Umkreis von 100 Kilometern stand der Tee bereit.

 


 

Israel/ Naher Osten

Bei einem 18 monatigen Aufenthalt in Israel, Palästina und Jordanien habe ich für Radiosender der ARD über den Nahostkonflikt berichtet.

Fokussierung auf Negativschlagzeilen

Journalisten müssen in ihrer Auslandsberichterstattung mittlerweile überwiegend über Auseinandersetzungen, Attentate und Naturkatastrophen berichten. Es gibt dennoch überall wunderbare Projekte, über die kaum berichtet wird.

Feindbilder abbauen

Dass trotz aller Feindseligkeiten einige jüdische und arabische Israelis das Wagnis des Dialogs eingehen und auf Frieden setzen, ist nicht selbstverständlich. Die israelische Bildungseinrichtung Givat Haviva initiiert seit mehr als 60 Jahren Begegnungen zwischen Juden und Palästinensern bzw. arabischen Israelis. Das ist kein „Umarmen für den Frieden“, sondern ein „Knochenjob“. Manchmal scheinen die Gräben unüberwindlich.

Mal treffen sich Gemeindevertreter, mal Frauengruppen, mal Schüler, zum Beispiel in dem Projekt „Kinder lehren Kinder.“ Für das Programm begeistert sich auch Außenminister Sigmar Gabriel, der Givat Haviva bereits als „junger Sozi“ und später als niedersächsischer Ministerpräsident besucht hat:

Jüdische und arabische Kinder in Israel besuchen getrennte Schulen. In Givat Haviva-Projekten lernen sie sich häufig zum ersten Mal persönlich kennen. Vorurteile, Hass, aber auch Neugier: Das Gespräch miteinander ist nie einfach, aber ganz und gar unverzichtbar. Selbst wenn es zunächst wenig Gemeinsamkeiten zu geben scheint: