Argumentieren
mit Neuen Rechten

Donald Trump gibt dem Begriff „Staatliches Gewaltmonopol“ eine neue Dimension

                             Quelle: Inside Edition

Spätestens mit D.Trump haben sich Sprunghaftigkeit, emotionale Inszenierungen, Verachtung für Andersdenkende, begriffliche Ambiguität sowie psychische Double Binds als „salonfähig“ etabliert. Das sind Machtspiele, die wenig mit Politik zu tun haben. Identitäre, völkische, rechtskonservative oder rechtspopulistische Argumentations- und Verhaltensweisen sind auf soziale Entsolidarisierung ausgerichtet – mit dem Ziel, sich als „Spachrohr der Gedemütigten“ zu etablierten, um daraus persönlich Profit zu schlagen. Politische Gestaltungsfähigkeit sucht man häufig vergebens – mittlerweile nicht mehr nur in den Reihen der Neuen Rechten, sondern auch bei denen, die Neue Rechte nachahmen, um „deren Terrain zu besetzen“.

Manipulative Kommunikationsmuster

Gängige Muster in der überwiegend durch Manipulation geprägten Auseinandersetzung sind Erregnungsabfuhr mittels Dauer-Provokation, häufig verbunden mit gesellschaftlichen Tabubrüchen, dem Leugnen von Verantwortung für die eigenen Aussagen und Handlungen, einem eigenwilligen Verständnis von Opfer- und Täterrollen sowie emotionale Kälte und ein körperlicher Panzer aus zur Schau gestellter Selbstgerechtigkeit. Im „Gespräch“ wird der Andere auf die Funktion einer Projektionsfläche reduziert. Als „Gegenüber“ ist eine rein rationale Haltung darum weder emotional befriedigend noch argumentativ überzeugend oder erfolgversprechend.

Ich biete Personen, die im Rampenlicht stehen, eine Leitungsfunktion haben oder Personen, die zu den bevorzugten Zielgruppen rechter Menschenverachtung gehören, in Workshops Gelegenheit, sich auf die Argumentation gezielt vorzubereiten.

Workshop und Einzeltraining

In Szenarien, die realen Vorgängen nachempfunden sind, werden Teilnehmer mit identitären, völkischen oder rechtskonservativen Argumentationsstilen und Verhaltensweisen konfrontiert und können eigenen Aktionen und Reaktionen im geschützten Raum unter Laborbedingungen nachspüren. Auf Wunsch helfe ich beim Feilen an Argumentationen und unterstütze dabei, die individuell richtige Haltung im (körper-) sprachlichen Ausdruck zu finden.

Ziele

  •  Verhaltens- und Argumentationssicherheit gewinnen
    Tabubrüche und Inszenierungen entlarven
    unkonventionelle Gesprächshaltungen für sich entdecken
    Vorgegaukeltes Diskursinteresse entlarven
  • Wehrhaftigkeit entwickeln
  • die eigene Integrität wahren (Körper-/Stimmübungen)

Zielgruppen und ihre Bedürfnisse

Politische Debatten bzw. öffentliche Veranstaltungen vor Publikum mit Neuen Rechten sind eine besondere Herausforderung.  Der Wettbewerb der Argumente und beschränkte Zeit (20 Sekunden Statement in Medien)  machen Berufspolitiker anfällig, sich in Kämpfe zu verstricken. Der Anspruch, „besser“ argumentieren zu wollen verstärkt den Druck.

Eine ganz andere Ausgangssituation haben Menschen, die sich unfreiwillig im Fokus rechter Hetze sehen: Amtsleiter, die unter Beschuss von Reichsbürgern geraten, Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe als „minderwertig“ bezeichnet und behandelt werden. Für sie ist wichtig, nach einer starken psychischen Verletzung ihre Integrität und Wehrhaftigkeit wieder zu erlangen.

Im Mittelpunkt der Seminare steht immer die Selbstbehauptung. Dazu gehört eine „Exitstrategie“ für den Dialog und das Selbstvertrauen, flexibel – das heißt wahlweise gelassen oder mit fokussierter Gegenwehr auf Tabubrüche, Inzenierungen und verachtende Äußerungen reagieren zu können.

Eckdaten

Gruppenseminare sechs Stunden 4-6 Teilnehmer

oder Einzelseminare

Erfahrungen

Seit 2016 habe ich mehr als 300 Mitglieder von Parteien, Führungskräfte aus Politik und Verwaltungen sowie NRO begleitet.

 

Videobeispiel für ein Argumentationstraining

Filmbearbeitung: ID Medien

Standardisierte Kommunikationsverfahren im Gespräch mit Neuen Rechten (10 goldene Regeln) gibt es nicht.

Die folgenden Tipps dienen also nur der groben Orientierung:


 

Tipps für die Auseinandersetzung mit Neuen Rechten

  1. Das Ende und das Ziel vor Augen Ein Schlagabtausch mit Rechtspopulisten wird nicht mit einem „Sieg“ enden. (Worin bestünde der?). Konstruktiv antworten, den eigenen Gesprächsausstieg vor Augen haben. Nie die eigenen Aussagen und Kommunikationsziele aus den Augen verlieren.
  2. Politische Positionen von Polemik, Weltanschauung von Weltdeutungsmustern (verschwörungstheorien) trennen Wachsam sein für menschenverachtende, verfassungsfeindliche oder persönlich beleidigende Äußerungen. Diese als solche sofort benennen.
  3. Die Wahrheiten nicht wegreden Nachvollziehbare Argumente würdigen, selbst wenn man die Haltung des Gegenübers generell fragwürdig findet. Genau das ist ja Souveränität.
  4. Entlarven Emotionale Inszenierungen bzw. manipulatorische Gesprächsstrategien sind nicht mit „rationaler Überheblichkeit“ auszuhebeln. Wer so agiert, wird als teilnahmslos, arrogant oder technokratisch (das H. Clinton-Syndrom) wahrgenommen. Moralischer Empörung ist ein gefundenes Fressen für Provokateure, die permanente Grenzüberschreitungen ja gerade erregend finden. Was hilft: beherztes Benennen der manipulatorischen Gesprächsstrategie, ein In-sich-Ruhen im Wechselspiel mit entschlossenem (körpersprachlichem) Entgegentreten.
  5. Adressaten der eigenen Aussagen vor Augen haben In der medialen Kommunikation wird über die Köpfe der Bevölkerung hinweg häufig der politische Gegner adressiert. Das ermüdet alle, die lösungsorientiert denken. Eine „Brot-und-Spiele“-Haltung ist genau der ideale Nährboden für (Rechts-)Populismus.
  6. Auf Begriffs- und Realitätsumdeutungen achten  Rechtspopulisten/-Nationalisten deuten historische und aktuelle Ereignisse aus ihrem persönlichen Blickwinkel. „Identität“, „Freiheit“, „Volk“ und „Nation“ sollen neu konnotiert werden. Sie verlieren damit an Aussagekraft und Schärfe.
  7. Menschlich reagieren und bleiben Flexibilität, Schlagfertigkeit und Humor sind Garanten der argumentativen und emotionalen Unabhängigkeit. Gegenstrategien (Counterspeech) sind nach meiner Erfahrung nicht sinnvoll, da man sich „über den Gegner“ und programmierte Verhaltenweisen abhängig macht von den Verhaltensweisen des anderen und sich des eigenen Selbstausdrucks beraubt.

Wenn „graue Herren“ Zukunft produzieren

„Wenn sie von der Zukunft redeten, dann redeten sie von einer möglichst reibungslosen Verlängerung der Gegenwart und nicht von der Zukunft. Das verstanden sie nicht, weil sie glaubten, die Zukunft bestehe aus den Trends, die sich unaufhaltsam durchsetzten.

Bei der letzten Sitzung sagte ein Lobbyist: „Der Trend geht eindeutig in Richtung XY – wir müssen dafür sorgen, dass wir für diese Entwicklung fit sind. (…)“ Da hatte Erhard gesagt: „Ende der 20ger Jahre ging der Trend eindeutig in Richtung Faschismus in ganz Europa. War es richtig, sich für diese Entwicklung fit zu machen oder wäre es nicht richtig gewesen, Widerstand zu leisten?“  Robert Menasse, Die Hauptstadt