Story Telling

                          Es ist eine schöne Vorstellung, dass die Kunst, Geschichten zu erzählen, eng mit der Beherrschung

                          des Feuers verknüpft sein könnte. Flammen und Geschichten entfachen die Fantasie,

                            geben Schutz, Orientierung, verursachen Reflexionen, können erleuchten.

           Story Telling Seminare

                                                                            wie finde ich Geschichten?
wie finden Geschichten mich?
was will ich (über mich/uns) erzählen?
wen spreche ich an – und wie?
Bestandteile
der rote Faden
Menschen
das Besondere und das Allgemeine
Claim for fame
der Clou
                                              welche Erzählung für welches Medium?

Seminaranfragen unter:

kontakt@Ute Hempelmann.de

 

Einsatzmöglichkeiten und Funktionen

Wo?
Ziel Inhalt Form Publikum
Werbung Absatzsteigerung Produktorientierung Clip, Weihachtsgeschichte auf Website u.v.m „Masse Mensch“
Öffentlichkeitsarbeit Botschaften verbreiten, Selbstdarstellung Informationen über Organisation, Imagebildung, aktive Pressearbeit; Soziale Medien
vielfältig potenzielle Kunden, Interessenten
Geldgeber
Journalismus „Verpackung“ für Informationen, Abbild von Lebenswelten

„pars pro toto“

überwiegend

dokumentarisch

Reportage, Page Flow

konstruktiver Journalismus

Zielpublikum
Literatur Erzählkunst, Verkaufszahlen überwiegend

fiktional

alle alle

Käufer

Wissenschaft Erkenntnisgewinn Forschungsfrage qualitative Interviews Community,

verschieden

Feste, Feiern,

private Unterhaltung

Spass, Freude frei, alles Geschichten Gäste, Besucher, alle
Erziehung, Bildung ...und die Moral von der Geschicht’… belehrend, sinnstiftend Fabeln, Parabeln, Märchen Lehrende, Schutzbefohlene
Unternehmen Wissensmanagement Know How für Problemlösungen qualitative Mitarbeiter Leitung, Mitarbeiter, Kunden
Mediation

Ethnologie

Psychologie

Vergleich

Verständigung

Konfliktausgleich

biographisch

historisch

Interviews

Erzählungen

Befragte

 

 Zu mediativem Story Telling siehe auch:

Link


Storytelling in Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

 

Warum Story Telling?

Versuchen Sie, sich folgende Begriffe zu merken:

nachhaltig, Neugier, Sinn, Aussage, Zusammenhänge, aktive Imagination, Erinnerung, Anteilnahme, Verbindung, Gemeinschaftsgeist, Narrativ

Schwierig? Mit einer Geschichte funktioniert es besser.

Darum Storytelling

Es war einmal eine Organisation. Sie wollte ihre Produkte – oder waren es Überzeugungen? – unter das Volk bringen und zwar NACHHALTIG.

Das war einfacher gedacht als umgesetzt. Hart war der Wettbewerb auf dem Aufmerksamkeitsmarkt.“Wähle mich“, grölte der erste. „Nimm drei, zwei, eins meins“ schrie der zweite, der dritte hatte vergessen, was er sagen wolle, er sah sich selbst immerzu im Spiegel an, der vierte, fünfte, sechste, krakeelte: „Bei uns kriegen sie…nix außer Tiernahrung…Gratis-Gummibärchen…, wenn sie …“ hier unterschieden sie sich: “eine Waschmaschine kaufen…dem Stromanbieter kündigen… ihr Smartphone wechseln.…uns auf Facebook liken…“

Die Menschen schauten ratlos. „Ich möchte meine Bank wechseln“, lispelte einer schüchtern. „Ich bin Elektro-Fachmann“, schnauzte der Händler empört, wechselte dann flugs zu „honigsüß“: „Vielleicht wollen Sie ein Schnäppchen machen: Preisnachlass von 20 Prozent auf Fernseher für Kunden, die gleichzeitig ein Konto bei unserer Vertragsbank plus 50 Treuepunkte vorweisen können.“ Die Züge des Schüchternen erhellen sich: „Vielleicht könnte ich mit dem Kauf des Fernsehers bei meiner Bank auch bessere Konditio…“ Der Rest ging unter im Tumult. Mit Grausen wandten sich mehrere Umstehende ab.

Dabei bemerkten sie, dass jemand abseits an einem Feuer saß. Es gab nur zwei Zuhörer, aber sie wirkten entspannt. Das weckte NEUGIER, immer mehr sammelten sich um den Aussenseiter. Deutlich waren seine Worte zu hören und zum ersten Mal an diesem Tag ergab etwas einen SINN. Er steckte im roten Faden, die AUSSAGEN zu einem kunstvollen Geflecht von ZUSAMMENHÄNGEN verwoben.

Dabei schien es, als habe sich im Erzähler ein Feuer entzündet. Es sprang über auf die wachsende Menschenmenge. Worte drangen in Ohren, formten sich zu Bildern, Personen, Landschaften. Die Weisen nennen das AKTIVE IMAGINATION. Aber weil auch Kinder diese Geschichte lesen, nennen wir es Zauberei. Wie die wirkt, wissen wir spätestens seit diesem Hogwartsschüler mit Blitznarbe, der auch in ERINNERUNG geblieben war, als seine Leser in ihren mühevollen Alltag zurückgekehrt waren.

Lächelnd klopften die Angehörigen der Organisation dem Geschichtenerzähler auf die Schulter. Sein Mut war mit ANTEILNAHME belohnt worden, weil auch die Menschen dabei etwas gewonnen hatten. Das schuf eine VERBINDUNG, formte einen GEMEINSCHAFTSGEIST. Nicht nur zwischen Organisation, Publikum und dem, was die Organisation zu bieten hatte, sondern auch unter den Mitarbeitern. „Von diesem Tag werden wir noch lang sprechen“, sinnierte der Chef. Er wies den Geschichtenerzähler an, die Geschehnisse in den Chroniken festzuhalten. So was heißt „NARRATIV“. Parteien lieben ihn aus Gründen, über die sich nachzudenken lohnt. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

 

Journalistisches Story Telling

Warum sich klimaschädigendes Verhalten in Deutschland als Katastrophe in den Anden niederschlagen kann, lässt sich in einer kurzen Nachricht kaum erklären, geschweige denn: Anteilnahme wecken. Ganz anders, wenn die Geschichte ein Gesicht bekommt:

Ein peruanischer Kleinbauer zieht gegen RWE vor Gericht. Der Essener Konzern habe Mitschuld an Umweltschäden in seiner Heimat. Wer ist der Mann, der den Energiekonzern in die Knie zwingen will? Und wie stehen seine Erfolgsaussichten? (Quelle: Tagesschau, 24.11.2016)


Leider ist das Erzählerische im Journalismus vielfach einer gnadenlosen Spracheffizienz gewichen. Diese Entwicklung ist bedenklich, weil die Lust am Umgang mit Sprache (Wortspiel, Wortwitz), die individuelle Ausdrucksfähigkeit und damit auch die Fähigkeit zum differenzierten Dialog abnimmt.
Multimediales Geschichten erzählen
So wie die Digitalisierung das Erzählerische verdrängt,  fördern technische Möglichkeiten aber auch neue Formen des multimedialen Geschichtenerzählens. Einige Beispiele findet man zum Beispiel hier:

https://stzn.atavist.com/zurueck-in-die-steinzeit
https://reportage.wdr.de/100-jahre-heinrich-boell#24751

Dazu erläutert der WDR:

„In herkömmlichen Internet-Reportagen werden Texte, Fotos, Audios und Videos zumeist getrennt voneinander präsentiert. „Pageflow“ ermöglicht es, alle Multimedia-Elemente zu einem Erzählfluss mit Bildschirm füllenden Fotos und Videos zu verschmelzen. (Siehe Beispiele: http://reportage.wdr.de). Das Werkzeug erleichtert die Arbeit an Multimedia-Reportagen erheblich und kann so zu einer größeren journalistischen Vielfalt im Netz beitragen.“
Was für den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk möglich ist, kann auch jeder private Anbieter auf einer Webseite. Dort werden eigene Projekte in ihrer Komplexität vorgestellt,  inhaltliche Ausschnitte kurz und knapp als „Teaser“ in Sozialen Medien vorgestellt.