Für Jugendliche ohne Schulabschluss zahlen alle

Jugendliche ohne Schulabschluss bekommen selten einen Ausbildungsplatz. Besonders Ausländer, aber auch Jugendliche mit Migrationshintergrund und deutsche aus so genannten „bildungsfernen Familien“ gelten dann als „schwer vermittelbar“. Doch das Abschieben aufs soziale Abstellgleis verursacht Kosten.

Ahmad Aman ist ein quirliger 26 jähriger, der vor wacher Intelligenz nur so übersprudelt. Vor 18 Jahren ist er mit seiner Familie aus Afghanistan geflohen. Er kam ohne Deutschkenntnisse in die vierte Klasse einer Grundschule. Mit 78 Fehlern war das erste Diktat ein Fiasko, aber:

“Ich war sehr glücklich weil ein damaliger Schüler 2 Fehler mehr hatte und das war schon (er lacht) gut für mich, also ich wurde dann nicht so ganz gedemütigt. Ich hatte dann die Empfehlung auf die Hauptschule zu gehen aber meine Eltern haben sich dagegen geweigert und dann habe ich freiwillig die vierte Klasse wiederholtso dass ich dann auf die Realschule gehen konnte.”

Mitterweile hat Ahmad studiert und arbeitet beim IMBSE in Moers, einem Bildungsträger, der benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund ohne Schulabschluss qualifiziert, damit sie einen Ausbildungsplatz bekommen. Ahmad möchte ihnen Vorbild sein. Er vermittelt Fachwissen, aber auch auch die so genannten soft skills. Hände aus den Taschen, Handy aus. Nicht zu vergessen: ein bisschen Optimismus. Die Botschaft ist klar: „Was ich geschafft habe könnt ihr auch“:

“Meine Aufgabe besteht auch in erster Linie darin, die Jungs dahin zu begleiten dass sie auch mit einem gestärkten Selbstwertgefühl und selbstbewusst in die Arbeitswelt hineingehen und sich auch nicht immer als Außenseiter sehen und sich nicht damit abfinden müssen Ausländer oder so genannte Ausländer zu sein – weil sie Chancen haben und auch das Potential haben.”

Kein Schulabschluss, keine Chance, kein Selbstwertgefühl – dieser Teufelskreis ergreift jugendliche Ausländer, Migranten und Deutsche aus so genannten bildungsfernen Familien gleichermaßen. Dabei ist psychologisch und gesellschaftlich jeder dieser Jugendlichen eine verschleuderte Chance. Gleiches betrifft die Wirtschaftlichkeit: Als Erwerbstätiger und Steuerzahler fällt er aus, ja verursacht sogar Kosten. Entweder als Sozialhilfeempfänger oder als Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen.

Um Jugendliche in Ausbildung zu bringen gibt Deutschland jährlich rund 5,6 Milliarden Euro aus, hat das Institut der Deutschen Wirtschaft, IW Köln, errechnet. Dazu zählen zum Beispiel Berufsschulen, das Berufliche Grundbildungsjahr und andere Massnahmen. Mehr als eine halbe Millionen Jugendliche nehmen die Qualifizierung in Anspruch, pro Person und Jahr kostet das 10.000 Euro. Und doch sind die Ausgaben nötig und richtig, belegt die IW – Studie von 2008. Wenn die Integration ins Berufsleben gelingt, dann rentieren sich die Investitionen schnell. Wenn nicht, entgehen der Gesellschaft pro Person bis zu 480 000 Euro rechnet Michael Neumann von IW Köln vor:

“Jeder Jugendliche, den wir nicht in eine Ausbildung integrieren können, der keinen Berufsabschluss bekommt, kostet uns in seinem weiteren Leben in jedem folgenden Jahr etwa 12000 Euro, nur dass die über sein gesamtes restliches Erwerbsleben anfallen also im Zweifelsfall – wir gehen davon aus, ob des demographischen Wandels, dass wir in Zukunft bis 67 arbeiten müssen, vielleicht sogar länger, die wir arbeiten müssen, können das 40 Jahre sein, die dieser Jugendliche Jahr für Jahr 12.000 Euro weniger zur Wertschöpfung beiträgt bzw auf der anderen Seite Kosten der sozialen Sicherung in Anspruch nehmen muss, die sind da mit eingerechnet.”

Jugendliche die keinen Beruf haben werden zudem schneller kriminell und krank. Schulexperten wie der Soziologieprofessor Rainer Geißler sprechen darum von einer Zeitbombe. Aber möglicherweise kommt Deutschland mit einem blauen Auge davon. Weil die Gesellschaft immer älter wird braucht sie künftig auch die Jugendlichen, die heute als „Bildungsversager“ und „nicht ausbildungsreif“ gelten. Auch es lohn es sich, Energie und Geld in Jugendliche zu investieren, die heute noch als „hoffnungslose Fälle“ abgestempelt sind sagt Ahmad Aman:

“Ich denke Bildung ist, wie viele sagen „Humankapital“ und ist ein Stück Investition in die Zukunft. Was ja nicht nur für Migranten gut ist sondern in erster Linie für Deutschland. Denn wenn wir uns einstellen wollen auf die Zukunft und investieren wollen, dann muss man in Bildung investieren.”

Mai 2009, in veränderter Fassung gesendet auf “Deutsche Welle”

Vielfalt im Lehrerzimmer

Gerade mal 1 – 2 % aller Lehrer in Deutschland haben einen so genannten Migrationshintergrund. Das ist wenig – verglichen mit den Schülern. Jetzt hat die gemeinnützige Hertie Stiftung ein Förderprogramm für angehende Lehrer mit Migrationshintergrund gestartet. Ab 2010 dem kommenden Jahr in vier Bundesländern (Berlin, Hessen, Hamburg und ab 2010 NRW) werden Studenten, Referendare sowie Doktoranwärter gefördert.

Atmo 1 Gespräche, lachen, darauf

Im Seminarraum einer schmucken Hamburger Villa mit Blick auf die Elbe sitzen 10 Stipendiaten in einem Stuhlkreis. Vor ihnen auf dem Fußboden liegen an die 50 Postkarten mit unterschiedlichsten Motiven. Jeder Anwesende soll eine passende finden und sich damit den anderen vorstellen:

Mein Name ist Behnam Saliminia. Falls Sie sich wundern: Das ist ein persischer Name. Das „H“ wird auch ausgesprochen. Nur als „H“ nicht als „Che“, also nicht Bechnam… lachen

Auch die anderen kennen das Wirrwarr mit Namen und deren Aussprache. Sie heißen Maryam oder Laya, Thomas oder Zohal. Sie oder ihre Eltern kommen aus Peru, Ghana oder Afghanistan, aus Polen oder Kroatien. In ihrem noch jungen Leben haben sie schon einiges geleistet: Alle hatten keinen leichten Start in Deutschland, mussten zum Teil gegen Vorurteile, Sprachschwierigkeiten oder Selbstzweifel kämpfen. Alle haben trotzdem ihr Abi geschafft, oft mit hervorragenden Leistungen. Alle sind an der Uni, alle wollen Lehrer werden. Der 25 jährige Behnam studiert Deutsch und Sozialwissenschaften für Gymnasien:

…Und ich hab die Postkarte ausgewählt: Kann man im Weltraum rülpsen? (lachen) Antworten gibt es, wenn man ne SMS schickt. Warum habe ich das ausgewählt? Ich hoffe, dass das Gespräch mit den anderen halt nicht darauf hinaus läuft dass wir uns so Standardfragen stellen und dass vielleicht auch immer ein bisschen Spaß dabei ist.

Der Spaß ist fast garantiert. Denn das Stipendium ist für die jungen Leute, die nicht aus reichen Familien kommen, ein Segen. Zwischen 600 und 2000 Euro monatlich bekommen die zwischen 20 und 30jährigen von der Stiftung, um sich ganz auf das Studium konzentrieren zu können. Die Seminare sind dabei zusätzlich eine emotionale und seelische Hilfe. Vielleicht um gemeinsam neue Arbeitstechniken und Methoden kennen zu lernen. Oder die eigenen Stärken und Schwächen. Vor allem aber sollen die Stipendiaten sich persönliche Ziele setzen. Seminarleiterin Anna von Klencke von der Hertiestiftung formuliert es so:

Das Zielfindungsseminar heute soll ihnen helfen Ihre Fortbildungspotentiale zu erkennen. Die Fortbildungsschwerpunkte, die sie sich setzen, sollen selbstverständlich relevant für ihren späteren Beruf sein, das heißt das, was sie sich hier vornehmen, davon sollen sie dann später in der Schule auch profitieren können.

Mehrere in der Runde profitieren davon schon heute. Fast alle studieren nicht nur, sondern engagieren sich auch in ihrer Freizeit in der Bildung. Zum Beispiel Gloria Boateng. Die zierliche, gebürtige Ghanaerin kam als 10jährige nach Deutschland und wuchs bei Pfelegeeltern auf. Heute schreibt sie ihre Doktorarbeit:

Zum einen promoviere ich zum anderen bin ich gleichzeitig Tutorin für die Stipendiaten. Quasi Mittler zwischen der Stiftung und den Stipendiaten. Wir haben regelmäßig Austausch beim so genannten Jour fix, wo es eben darum geht, Erfahrungen auszutauschen, Input zu geben und zu gucken, wie entwickeln sich die Studenten und die Stipendiaten auf ihrem Weg. Ich bin da um zu betreuen, zu beraten.

Zu Behnam Saliminia hat Gloria ein besondereres Verhältnis. Den hat sie schon vor dem Stipendium kennen gelernt, an der Uni. Kurze Zeit später haben beide den Verein „Schlaufox“ gegründet. Die Mitarbeiter unterstützen Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Schulabschluss. Büffelt Behnam nicht gerade an der Uni, dann betreut er für „Schlaufox“ Schüler, die mit dem Lernen mehr Mühe haben als er. Gloria koordiniert die Arbeit. Und doch wissen nicht alle diese Unterstützung zu schätzen. Immer wieder fehlen Kinder bei den Nachhilfestunden:

Lass und mal ganz kurz besprechen wie der Stand der Dinge ist: Wir hatten ja die letzten Male die Schwierigkeit mit den Fehlzeiten. Das müssen wir angehen. Wir haben bald ‚ne Sitzung mit der Schule, mit dem Schulleiter. (Behnam) Ja, ich hab letzte Woche ja die Eltern der Schüler angerufen, die nicht anwesend waren, da hab ich erfahren, dass zwei Schüler wirklich krank waren wegen der Grippewelle, dass eine Schülerin an dem Tag angeblich anwesend war, also sie hat ihrer Mutter gesagt, dass sie anwesend war, aber wohl geschwänzt hat und bei der vierten Person – da wusste die Mutter einfach nix davon, dass der Schüler nicht da war.

Damit die Kinder ihren Abschluss schaffen, müssen Betreuer und Schulen, Lehrer sowie die Eltern an einem Strang ziehen. Dass dabei auch mehr Lehrer mit Migrationshintergrund gebraucht werden, wird von kaum einem Experten bestritten.

Gloria schreibt ihre Doktorarbeit über den Schulunterricht in kulturell bunt gemischten Klassen. Studien belegen, dass hier Lehrer mit Migrationshintergrund besonders erfolgreich sind:

Vielleicht trauen Lehrer oder Menschen mit Migrationshintergrund diesen Kindern mehr zu. Das ist das eine. Das andere ist, dass die natürlich irgendwo auch Vorbilder sind. Dass sie selber in der Rolle anders unterstützen können als deutsche Lehrer und deshalb die Kinder anders fördern können, noch mal alles aus ihnen raus kitzeln können.

Damit kann Behnam bald im Unterricht beginnen. Motiviert ist er:

Ich werde im 6. Semester, also im nächsten Semester ein Schulpraktikum haben über sechs Wochen. Und da werde ich meine praktische Erfahrung noch ein bisschen ausweiten können. Ich freu mich auf jeden Fall darauf. Ich freu mich sowieso immer mit Jugendlichen zu arbeiten. Ich glaub das wird ne sehr gute Zeit.

2009, in geänderter Fassung gesendet auf “Deutsche Welle”

Macho, Migrant, Bildungsverlierer?

„Bildungsverlierer“ – das war in den 60ger Jahren das katholische Mädchen vom Land. Heute wird das Etikett männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund aufgeklebt. Doch die Frage von Schuld und Verantwortung für das Versagen ist komplex.

Mehmet ist nicht zu bändigen. Der 14jährige Hamburger Gesamtschüler erzählt bei jeder Gelegenheit Blondinen – Witze,gern auch mehrmals. Seine Klassenkameradinnen sind genervt. Seine Lehrerin klagt über sein “Machoverhalten”. Mehmets Versetzung ist gefährdet, möglicherweise gar der Schulabschluss. Andreas Schiemann kennt solche Szenen. Er arbeitet in der Evangelischen Gesellschaft „EVA“, die Jugendliche ohne Schulabschluss für einen Beruf qualifiziert. Dort geht man mittlerweile andere Wege.

“Wir haben die Erfahrung gemacht, dass in gemischten Klassen, wo Jungs und Mädels sind und eine Lehrerin, dass die Jungs da völlig abschalten. Dass da außer Spaß und Quatsch nichts kommt, sie auch nicht mitarbeiten und sich auch nicht trauen, sich am Unterricht zu beteiligen. Das mag daran liegen, dass, wenn sie was falsches sagen, die Mädels wohlmöglich lachen. Dann hatten wir‘s getrennt – ein Mathekurs für Mädels und ein Mathekurs für Jungs – und dann funktionierte es. Die Jungs haben auch einen Lehrer bekommen und dann auch mitgearbeitet und konnten die Hilfe annehmen.”

Kaspereien, Provokationen, ein scheinbar aufgeblasenes Ego, das Schwächen verbirgt – das ist allen Jungen – gleich welcher Nationalität oder Herkunft – in der Pubertät gemeinsam. Allerdings wird „Männlichkeit“ von Kultur anderes definiert. Und von Jungs individuell “geübt”.Das komme für Migranten erschwerend hinzu, glaubt der Psychologe Ahmet Kimil vom Ethomedizinischen Zentrum Hannover.

“Männer in traditionellen Gesellschaften verkörpern Stärke, müssen stark sein, müssen ihre Familien ernähren. Für die erste Generation gab es ja in den Fabriken viele Möglichkeiten wo sie auch ohne Bildung arbeiten konnten, ihre Familien ernähren konnten etwas aufbauen konnten. Und für die zweite, dritte Generation, die im Bildungssystem eventuell auch gescheitert sind, für die gibt es natürlich das Problem, dass sie auch ihre Rolle in der Gesellschaft nicht finden. Dann kommen Gefühle von Wut, Ärger, von „Nicht dazu zu gehören“, auch eine Form von Entfremdung und dann kann man beobachten, das solche Jugendliche eher zu Gewalt neigen oder zu Drogen greifen oder andere Probleme bekommen, auch psychischer Art.”

Marita Bell arbeitet an einer Hauptschule in Niedersachsen. Sie versucht auf unterschiedliche Art, ihre Schüler zu disziplinieren: Grenzen zu setzen. Konsequent „nein“ sagen, Worte in Taten umsetzten.

“Noch besser wird es manchmal, wenn ich die Väter mit reinkriege. Manche Väter muss man drei, viermal in die Schule bestellen, bis sie widerwillig herkommen – aber wenn die merken, gerade die Jungen, dass ich versuche mit dem Vater zu arbeiten, dann ist zumindest äußerlich zeitweilig eine Veränderung zu sehen.”

Manchmal reicht nicht mal die Autorität der Väter. Wenn Söhne mit Migrationshintergrund ihre Väter als schwach erleben, wenn sie – aus deren Sicht – „kriechen“ vor den Ansprüchen der Mehrheitsgesellschaft, dann bleibt der Respekt oft auf der Strecke. Eben darum sei es wichtig, dass Jungen mit Migrationshintergrund auch außerhalb der Familie männliche Vorbilder und Chancen hätten. Frustration sei auf Dauer gefährlich sagt der Psychologe Kimil.

“Ich persönlich habe in meiner eigenen Biographie das erlebt: Ich musste gegen bestimmte Vorurteile in meiner eigenen Familie ankämpfen, das war für mich die größte Aufgabe. Auf der anderen Seite musste ich manchmal auch Vorurteile auf Seiten der Schule aufarbeiten. Man muss wirklich bei den Jugendlichen ansetzen und gucken: Was hat der wirklich für Ressourcen? Man muss ihnen das Gefühl geben, das sie nicht allein sind, auf der anderen Seite muss man ihnen klar machen, dass sie selber über den Platz in dieser Gesellschaft bestimmen.”

Deutsche Welle, in geänderter Fassung Mai 2009

Hoffen auf Wunder – die Blaue Moschee in Afghanistan

Eine der bekanntesten Pilgerstätten der muslimischen Welt ist die Blaue Moschee in Afghanistan. Vor gut 500 Jahren wurde sie in Mazar-i-Scharif gebaut. Ali, der Schwiegersohn und Vetter Mohammeds, soll hier begraben sein. Belegbar ist das nicht. Aber nach 30 Jahren Krieg sind in Afghanistan vor allem Wunder- und Heilsgeschichten gefragt.

Das Wunder des “Schuh-Depots”

Mit stoischer Ruhe nimmt der Mann am Eingang das Schuhwerk der Besucher entgegen. Ein prüfender Blick, dann verstaut er die Paare sorgsam in Bienenwaben gleichenden Fächern eines hohen Regals hinter sich. Manche Besucher erhalten eine Nummer als Beleg, andere nicht. Wie er bei diesem System den Überblick behalten kann über die Besitzverhältnisse von Trekkingmodellen, Sandalen und Plastiklatschen bei täglich Hunderten von Pilgern, Gläubigen und Touristen ist sein Geheimnis. Und das erste, ganz und gar irdische Wunder rund um die Blaue Moschee.

Weltliches hinter sich lassen

Kenner haben Woll-Socken in der Tasche. An Sommertagen heizen sich die weißen Marmorplatten auf dem Moscheeplatz auf – Temperaturen, die über der durchschnittlichen Schmerzgrenze barfüßiger Europäer liegen. Blessuren läßt der erste, unverstellte Blick auf das prachtvolle Gotteshaus vergessen. Jedes Minarett, jede Wand ist von Tausenden Kacheln in unterschiedlichen Blautönen durchzogen. Ihre individuelle Ornamentik strukturiert die Fassade, betont aber zugleich den optischen Eindruck von Einheit.

In Nischen drängen sich Frauen in türkis-blauen Burkas an der Moschee-Wand – auf dass Ali ihre Gebete erhöre. Den Sunniten gilt er als vierter Kalif, für die Schiiten und Aleviten ist er der erste Imam. Stirn oder Hände an die Kacheln gelegt, murmeln die Frauen, weinen, fassen Sehnsüchte, Wünsche, Träume in Worte. Ein Bild frommer Hingabe: “Das hat eine große Bedeutung für ganz Afghanistan, immer in Frühlingsanfang in Nouruz sind Tausende von Leuten hier, da ist monatelang immer alles vorbereitet und es ist ein Pilgerort. Nouruz ist Frühlingsanfang, der Tag als Ali auch an der Macht gekommen war und Nouruz ist auch eine Tradition überhaupt gewesen in Balkh, die Arier, für Muslime aus aller Welt und Afghanistan sehr bedeutungsvoll.”

Der Geschichtenerzähler

Einmal in der Rolle des Geschichtenerzählers ist Zaher Mohsenyar, Mitarbeiter von DED und GTZ in Afghanistan, kaum zu bremsen: “Ich werde Euch ein bisschen über Ariana erzählen und die Arier, die hier waren. Normalerweise haben die in den Bergen von Hindukusch, Pamir und Halbos, diese Gebirge was ihr seht, gelebt und so langsam wurden sie größer. Und da war ein alter weiser großer Mann bei denen und diese große Menge Leute dabei und dann sind sie über Balkh gekommen und haben gesagt: So, hier leben wir.”

Arier, Ali und ein kollektiver Traum

Aus den vielen, verwirrenden Legenden über den Volksstamm der Arier, manchmal auch Baktier genannt, die sich vor etwa 5000 Jahren in der Provinz Balkh ansiedelten, über die Entstehung von Mazar-i-Sharif, was persisch ist und „„Grabmal des Heiligen“ heißt sowie die zahllosen Kriege und Konflikte, die dieser Landstrich erlebt hat, lässt sich kaum ein klares Bild herausfiltern. Erst recht nicht auf welchen Wegen der Leichnam Alis den Weg an diesen Ort gefunden hat: dass sein Grab in Vergessenheit geraten ist und auf seltsame Weise wiederentdeckt wurde, als vierhundert Menschen auf einen Schlag in einer Nacht den selben Traum hatten, in dem Ali sie auffordert: “Ich bin hier – kümmert Euch um mich.“ So wurde sein Grab entdeckt und eine Moschee darüber gebaut.

“Andere Überlieferungen sagen, dieser König hatte seine Leute geschickt, haben sie gegraben, erstmal Gebäude mit Kuppel und silberner Tür – und dann haben sie aufgemacht , Sarg gefunden mit Schrift: Hier ruht Ali, der Löwe von Gott und auch sein Schwert war da.”

Ein spiritueller Knotenpunkt

Bis heute wird unter Experten diskutiert, wen die sterblichen Überreste in der Blauen Moschee wirklich verbergen. Manche nehmen an, dass nicht Ali, sondern vielmehr der alt-iranische Priester Zarathustra hier begraben wurde. In jedem Fall scheint das Fleckchen Erde, auf dem heute die Moschee steht, schon seit den Zeiten der Arier mythisch verklärt gewesen zu sein, meint Zaher:

“Die haben eine Tradition gehabt, so ein Falke und haben gesagt wir lassen diese Falke los- wo der sitzt bei dem, der wird König. Und der Falke geht und sitzt bei einem jungen Mann, der heißt Jamar und der wurde König.”

Ein Ort, an den sich ein Strauß von Mythen knüpft ist prädestiniert auch für religiös motivierte Wunder. Im Laufe eines Jahres besuchen rund eine Millionen Menschen die Blaue Moschee:

“Die sind zum Pilgern gekommen. Die sitzen und beten und wünschen sich was. Vielleicht wollen sie einen Jungen, einen Sohn haben oder vielleicht haben sie Wünsche. Und dann kommen auch viele Kranke, die Heil suchen, viele sagen auch, viele Schwerkranke werden hier wieder heiler.”

Pilgern zum “Prinzip Hoffnung”

“Ich bin müde. Ich bin hergekommen, damit mein Gott meine Wünsche erfüllt”. Die Pilgerin, die eben noch neugierig die Gruppe Fremder gemustert hat, bricht wie auf Knopfdruck in Tränen aus, zieht sich die Enden ihres bunten Kopftuchs über das Gesicht. “Ich habe niemanden außer Gott. Und ich komme wegen Ali.” So wie sie dann vom Vetter Mohammeds spricht, könnte man meinen, er sei ein Mensch aus Fleisch und Blut. Und das verkörperte “Prinzip Hoffnung”: “Was du dir von ihm wünscht, das kriegst Du erfüllt.”

Die Blaue Moschee ist nicht nur ein Platz der Frömmigkeit sondern Begegnungsstätte, Treffpunkt für Familien und die Jugend. Michael Gruber, Direktor der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Afghanistan, kennt das Land und die Blaue Moschee seit Jahren:

“Angeblich ist das der einzige Platz in Afghanistan wo sich Jungen und Mädchen….nicht treffen, aber versuchen anzubandeln um zumindest Telefonnummern auszutauschen. Was hier natürlich schon skandalös ist. Das wird immer erzählt. Das Land ist ja voller Geschichten, voll interessanter Geschichten.”

Samim gehört zu dieser jungen Generation. Er müsste wissen, ob man heimlich Mädchen ansprechen kann an der Blauen Moschee. Stattdessen erzählt der 20 jährige vom Krieg, der Flucht nach Pakistan, der Rückkehr nach Afghanistan. Den Aufenthalt in Kabul haben Samims Eltern verboten. Zu gefährlich. Aber Mazar sei okay, um Geld zu verdienen. Dank der schützenden Blauen Moschee:

“Die Moschee ist ein machtvoller Ort, sie ist gut für alles. Seit Jahren, 30, 40, 50 Jahren ist Krieg in Afghanistan und in allen Provinzen. Aber in Balkh, in Mazar-i-Sharif war davon nicht viel zu spüren. Die Leute glauben, dass die Moschee sie geschützt hat.”

Ganz falsch ist das offenbar nicht. Kein Aufständischer, kein Mudschaheddin könnte es wagen, das Heiligtum zu beschießen oder ein Feuergefecht in ihrer Nähe anzufangen, erklärt ein deutscher Polizist. Vermutlich würde ihn der Zorn aller Kriegsparteien, aller Volksgruppen wie Usbeken, Tadschiken, Hazara des Nordens ebenso treffen wie der aller Konfessionen. Ein seltenes Stück Einigkeit in Afghanistan.


September 2010,
in geänderter Form gesendet auf DLR

Die Eigentum-Frau: Zwangsehen in Deutschland

Wer in Deutschland eine Ehe erzwingt macht sich strafbar: Vergewaltigung, Nötigung, Menschenhandel – das sind Straftaten. Zwei Gesetzesinitiativen verfolgen jetzt das Ziel Zwangsehen ausdrücklich in den Strafkatalog aufzunehmen und Täter härter zu bestrafen.

Im Aschenbecher qualmt die fünfte Zigarette. Edda – so möchte die junge Türkin genannt werden, ist hin- und hergerissen. Einerseits will sie reden. Sich rächen, an den Menschen, die ihr das angetan haben. Allerdings bekommt sie kein Wort heraus. Es könnte ihren Ehemann, der nicht weiß, wo sie jetzt lebt, erneut auf sie aufmerksam machen.

Edda ist eine so genannte Importbraut. Mit 16 wurde sie von ihrer Familie in ihrem türkischen Heimatdorf zwangsverheiratet. Die Eltern, grenzenlos naiv, freuen sich, dass die Tochter vermeintlich eine gute Partie machen kann: Ein in Deutschland lebender Türke soll der Tochter alles bieten. Aber Edda hasst ihn von dem Moment, in dem sie ihn zum ersten Mal sieht.

Edda: „Ich war in Türkei und er will mit mir heiraten und er spricht mit meinen Eltern und dann meine Eltern spricht mich: Und natürlich habe ich gesagt, nein will ich nicht heiraten mit dieser Mann aber ist das alles schon fertig, wenn ich sage nein oder ja. Mein Vater war so böse er will mich bringen um, sagt immer so hab ich keine Chance.“

Zwangsehen gibt es nicht nur unter Muslimen. Sie sind weder verknüpft mit einer bestimmten Religion noch mit einer bestimmten Kultur. Eher schon mit der Überzeugung, dass Kinder Besitzstand der Eltern sind – ohne Recht auf eine eigene Meinung. Nicht mal bei der Wahl des Ehepartners. So wie bei Edda. Sie folgt in blindem Gehorsam der väterlichen Autorität. Ein anderer Weg bleibt dem Mädchen nicht, das von klein auf verprügelt wird.
So gesehen ist die Ehe mit dem Türken, dem sie nach Deutschland folgt eine Fortsetzung dessen, was sie ohnehin gewohnt ist. Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, ohne jemanden zu kennen ist Edda ihrem Mann und seiner Familie allerdings noch schutzloser ausgeliefert als der eigenen früher. Natürlich erwägt sie, die Polizei zu verständigen:

Edda: „Ja, denke ich so, aber ich habe total Angst mit diesem Mann. Wenn ich hingehen, Polizei, macht er noch Schlimmeres. Er ist Kurde. Meine Nachbarin hat mir geholfen. Sie sieht mich immer…“
Freundin: „Mit blaue Augen.“
Edda:“ Sie hört meine Stimme immer – er schlagt mich, wie aber.
Ganz doll. Er schlagt mich und…
(sagt etwas auf türkisch, dann)
Freundin: „Vor der Haustür hat er sie immer rausgeschmissen.”

Weltweit ist die Mehrheit aller Eheschließungen, rund 60 Prozent, arrangiert, also von den Eltern angebahnt. Vor allen in ländlichen, agrarisch geprägten Regionen ist das noch immer üblich. Nicht üblich allerdings, dass Eltern Zwang ausüben auf die Heiratskandidaten und Gewalt anwenden. Eddas Schicksal ruft bei modernen Türkinnen ebenso viel Protest hervor wie bei deutschen Frauen oder Türkinnen, die in Deutschland geboren und selbstbewusst sind. Wie die 16 jährige Janan:

„Ich würde auf jeden Fall zum Jugendamt gehen, ich würde das niemals zulassen. Ich würde abhauen. Ich würde alles versuchen, zum Staat gehen. Ich meine, in Deutschland kann man überall hingehen und hier wird den Menschen geholfen, wenn sie Probleme haben.“

Edda hilft schließlich eine türkische Nachbarin. Sie fährt sie zum Frauenhaus – das vorläufige Ende ihrer Leiden. Worte für das Grauen findet Edda, wenn überhaupt, nur in ihrer Muttersprache, eine Freundin spricht sie für sie aus:

„Also sie meint, wenn sie den Schritt nicht gemacht hätte, da wegzukommen, da wär sie wahrscheinlich in diesem Moment nicht mehr am Leben gewesen.
Edda: „Ich habe mit meinen Eltern gesprochen: Scheiße, ich will nicht in Deutschland bleiben, wenn ich hierbleibe, er macht mir kaputt, bin ich tot so. Und meine Eltern sagen: nein, du kommst nicht nach Türkei zurück, Muss man da leben.“

Wie viele Zwangsheiraten jährlich in Deutschland geschlossen werden kann niemand sagen, Verlässliche Statistiken gibt es nicht. Von einer Dunkelziffer ist auszugehen, denn wie Edda sind die betroffenen Frauen nur selten bereit, die Täter anzuzeigen. Zu groß die Angst vor Verfolgung.
Statt Gesetze zu verschärfen wäre es zunächst wichtig, Mittel für die Anlaufstellen der Betroffenen, die Frauenhäuser und Beratungsstellen nicht weiter zu kürzen. Denn in diesem geschützten Räumen kommen die Frauen zur Besinnung und entwickeln Perspektiven für eine lebenswertere Zukunft. Die sieht auch Edda für sich:

„Praktikum. Ich will das Praktikum machen als Friseur. Und Gesundheit mit meinen Kindern. Guck ich vorne, nicht hinten, lachen, so weiterleben mit meinen Kindern.“

2006, in geänderter Fassung für „NDR“

Deutsch-Ägyptischer Dialog

Die Terroranschläge von New York, Madrid und London sowie die Intervention im Irak haben die Beziehungen von Christen und Muslimen weltweit belastet. Dem möchte die Evangelische Akademie Loccum mit ihrem Forum für Christen und Muslime aus Ägypten entgegen wirken. Den Dialog gibt es seit 2003 – mal in Deutschland mal in Äypten.

Hagar Islambouly ist eine energiegeladene „Lady“. Die Ägypterin und frühere Botschaftsmitarbeiterin sorgt dafür, dass sich die berühmte Bibliothek von Alexandria langsam füllt. 2006 war das Gebäude mit Hilfe der UNESCO wie ihr historisches Vorbild in Aexandra neu eröffnet worden. Platz ist für bis zu 8 Millionen Bücher. Derzeit sucht Islambouly Partner im Ausland. Eine Werbung für das 3and am Nil und ein Beispiel für zivilgesellschaftliches Engagement. Mittlerweile gäbe es rund 26.000 Initiativen.

“Ägypten ist eine konservative Gesellschaft, die Mehrheit ist es zumindest. Aber im Hinblick auf eine Modernisierung und Wandlungprozesse innerhalb der Gesellschaft versteht jeder die Bedeutung einer Zivilgesellschaft und was sie ausmacht. Wie können sich solche Initiativen organisieren und zusammen arbeiten? Welche Strategien können dabei helfen? In Ägypten aber auch mit Hilfe internationaler Kontakte.”

Im deutsch – ägyptischen Dialog ist auch Andreas Jacobs aktiv. Der Büroleiter der Conrad Adenauer Stiftung in Kairo bietet Imamen, die an der Al – Azhar – Universität in Kairo ausgebildet worden sind Schulungen in „politischer Bildung“ an. In einer Moschee werden seit 2008 die ersten 30 Teilnehmer unterrichtet.

“Ich hatte den Eindruck, dass es eine Zielgruppe ist, die bislang völlig vernachlässigt wurde und zwar von internationalen Akteuren, aber auch von ägyptischen Anbietern von politischer Bildung. Wir sind daraufhin an das Ministerium für religiöse Angelegenheiten herangetreten, letztes Jahr, haben dort grünes Licht bekommen zusammen mit einem ägyptischen Partner, das sind Universitätsprofessoren, ein maßgeschneidertes Angebot zu stricken. Das heißt es geht zu allererst um politische Grundbildung, also: was ist Demokratie? was sind Menschenrechte? wie funktionieren Wahlen?”

Solch praktische Erfahrungen aus deutsch-ägyptischen Kontakten fließen ein in den Dialog, der sich im Spannungsfeld von Staat, Religion und Gesellschaft bewegt: Welchen Nutzen hat das Engagement von Bürgern? Wie reagieren Staat und Religionen darauf? Die Antworten in Ägypten und Deutschland fallen unterschiedlich aus: Von der ägyptischen Delegation erfahren die Deutschen, dass Muslime und ägyptische Christen keine „Integrationsnöte“ haben. Beide sehen sich als gleichwertige Bürger einer Nation. Die Ägypter interessieren sich wiederum für Modelle einer Zivilgesellschaft oder das Verhältnis von Staat und Kirche in Deutschland. Solche Gesprächen haben auch das Interesse der Politik geweckt: Rita Süßmuth oder Wolfgang Thierse waren Gäste. Rolf Wernstedt, ehemaliger niedersächsischer Kultusminister, nimmt regelmäßig teil und weiß wie ein fruchtbarer Dialog entsteht.

“Zunächst einmal: Dem anderen zuhören. Ihm nicht prinzipiell das Böse unterstellen. Der Rationalität des Arguments zumindest eine Chance geben. Identifizieren, was sind Meinungsprobleme, was sind Sachprobleme, was sind Interessenprobleme. Und wenn es uns gelingt, die entscheidenden Konfliktfelder des Nahen Ostens – in diesem Fall: Wie geht man als Religionsgemeinschaft miteinander um? Wie ist Verhältnis von Staat und Kirche? Wie ist der Prozess der Säkularisierung einzuschätzen? Welche Stellung hat Europa gegenüber Israel und den Juden und Deutschland insbesondere? Dann sind wir ein Stück weiter. Und insofern kann von der Methode, von der Geduld und vom gutem Willen her auch die Gesellschaft von der Evangelischen Akademie und solchen Initiativen lernen.”

Möglicherweise auch die Politik? In einer Resolution hat der Deutsch – Ägyptische Dialog gemeinsame Positionen festgehalten, die über fromme Friedenswünsche weit hinausgehen und pragmatisch Lösungen aufzeigen.

2009, in veränderter Fassung gesendet auf “Deutsche Welle”

Der Karikaturenstreit als journalistisches Lehrstück

Vor rund einem Jahr fasste Flemming Rose von der dänischen Zeitung „Jyllandsposten“ einen folgenreichen Entschluss. Er ließ 12 Mohammed Karikaturen veröffentlichten. Was dann passierte, schien ein Beleg für Huntingtons These vom „Kampf der Kulturen“ zu sein: Brennende Botschaften, hitzige Debatten um Religions- und Meinungsfreiheit. Nun stand der Redakteur jungen Journalisten aus 22 Ländern Rede und Antwort, die sich derzeit auf Einladung von „Inwent“, einer Entwicklungsorganisation, in Hamburg weiterbilden.

Am Schluß wird Flemming Rose umringt wie ein Popstar: Aufnahmegeräte und Kameras richten sich auf den zurückhaltenden Dänen. Lam aus dem Sudan umarmt ihn für ein Erinnerungsfoto. Sein ironischer Kommentar:

“Er ist ein berühmter Mann in meinem Heimatland. Ich werde sagen, dass ist der, der die Karikaturen veröffentlicht hat. Ich werde gesteinigt werden in meinem Land für das Foto mit ihm, aber sei‘s drum.”

Als die Kameras gezückt werden, hat Rose das Schwierigste hinter sich. Fast zwei Stunden nehmen ihn die Kollegen aus aller Welt ins Kreuzverhör. Lisa aus Syrien will wissen, ob es auch Meinungsfreiheit sei, wenn Muslime aus Wut auf die Karikaturen die Botschaften stürmen. „Nein“ lautet die knappe Antwort. Antony aus Zambia fragt, ob weniger Provokation nicht mehr bewirkt hätte. Roses Antworten sind spontan, ehrlich, widersprüchlich. Einerseits ist der Karikaturenstreit für ihn die „wichtigste Werte – Debatte seit langem“. Andererseits ein „Dilemma“. Unter anderem weil 160 Zeitungen weltweit nachgedruckt hatten – ohne Absprache:

“Am ersten Februar veröffentlichten die Welt, Le Soir und einige holländische Zeitungen die Karikaturen und einige Leute dachten, das wäre eine geplante Operation gewesen. Aber es gab keine Diskussion oder Absprache darüber. Das war einfach die natürliche Reaktion der Zeitungsmacher in Europa.”

Rose beschwert sich nicht über diese Eigendynamik, gesteht den Kollegen „publizistische Freiheit“ zu. Auch wenn das weltweit einen Sturm ausgelöst und ihn selbst persönliche Freiheit gekostet hat. Bodyguards, Geheimnummer fürs Telefon, verschärfte Sicherheitsvorkehrungen – noch immer. Als Opfer sieht er sich nicht. Ebensowenig wie die Muslime, deren religiöse Gefühle er mit den Karikaturen verletzt habe. Andere hätten ihm gedankt, sagt Rose trotzig und nennt Künstler, auch muslimische, deren kritische Werke aus Büchern oder Museen entfernt worden waren:

“Es hatte da ein paar Fälle von Selbstzensur in Dänemark gegeben. Leute hatten offen bekannt: Wir fürchten, Probleme zu bekommen. Sie entschieden sich dann, nicht provozieren wollen oder unerwartete Reaktionen heraufzubeschwören.”

Er verweist auf Karikaturen über das Christen- und das Judentum im Blatt. Da fehlte Mohammed. Für Rose, ehemaliger Dänischlehrer für Flüchtlinge, ist das ein Beleg für Gleichbehandlung:

“Das ist das schlimmste, was man Menschen antun kam, die ins Land kommen und sich integrieren möchten: Sie als Opfer zu behandeln. Weil Opfer der Definition nach nicht verantwortlich sind für ihre Taten. Darum plädiere ich für Gleichbehandlung. Wenn man Diskriminierung in einer demokratischen Gesellschaft überwinden möchte, dann geht das nur über Gleichbehandlung.”

Für uns waren die Karikaturen eine dänische, eine regionale Geschichte ergänzt er in der Diskussionsrunde. Ein Teilnehmer kontert: Der Prophet als „regionale Angelegenheit“? Flemming räumt ein wenig gewusst zu haben über den Islam. Und noch weniger über seine Vielfalt und Heterogenität. Mittlerweile gibt es Schulungen und Vorträge bei Jyllandsposten zum besseren Verständnis:

Migration, der Islam, das Zusammentreffen von westlicher und muslimischer Zivilisation ist ein ganz wichtiges Thema. Und jede Zeitung sollte das richtig darzustellen. Nichts fehlinterpretieren, nichts missverstehen. Stell die Geschichte richtig dar und sei fair dabei. Und um das zu erreichen, können wir etwas tun: Lernen.”

Juli 2006 in geänderter Form für “Deutsche Welle”

Kinder erklären das islamische Opferfest

In vielen Ländern begehen Moslems in diesen Tagen (ab 15.Oktober in 2004 ) das islamische Opferfest. Heute zum Beispiel haben die Kinder in Jordanien und Saudi-Arabien schulfrei. Dort wird das Opferfest gleich mehrere Tage gefeiert,  für Moslems ist es in etwa so wichtig wie Weihnachten für uns. Die Gläubigen besuchen sich und schenken sich auch was. Aber das wirklich besondere am Opferfest ist das Schlachten.

Geräusch:  Schafblöcken

In Ländern, in denen die Mehrheit der Menschen Moslems sind, geht es den Schafen in diesen Tagen an den Kragen. Kurz vor dem Fest kauft jede Familie ein Tier und tötet es. Schächten nennt man diese besondere Art des Schlachtens, die von der Religion genau vorgeschrieben ist. Dabei werden die Tiere ohne Betäubung getötet. In Deutschland dürfen das nur speziell ausgebildete Metzger machen. Der Schlachter Yussuf Günel  weiß, wie es geht:

Nach dem Islam, unserem Prophet Mohammed  so wird das geschlachtet: Den Kopf nach Osten nach Mekka sozusagen und danach schneidet man. Messer an Hals und sagt Bismillah allah u akbar.”

Im Namen Gottes, Gott  ist groß, heißt das. Dabei muss der Kopf des Schafes in Richtung der Stadt Mekka zeigen. Dort hat der Prophet Mohammed gelebt, den die Moslems sehr verehren.Wo genau das Schaf  geschlachtet werden soll, darüber sagt die Religion nichts.

In Deutschland leben etwa 4 Millionen Moslems und manche von denen lassen einfach in ihren Heimatländern schlachten. Eben darum weiß Kilian Altintosh auch nichts über das Opferfest:

Kilian:

Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll.

Kilians Vater:

“Das ist meine Schuld ich hab ihm solche Sachen nicht beigebracht. Aber langsam ist es Zeit, dass er das lernen muss. Hier großartig feiern wir auch nicht. Meistes Geld schicken wir in die Türkei, unsere Eltern schlachten da für uns ein Lamm – das wars.”

Da kennt sich  Leila schon ein bißchen besser aus. Ihre Familie hat in Hamburg ein Schaf gekauft und bereits abgeholt – vom Schlachthof:

Leila:

“Zum Beispiel mein Bruder war letztens da und er hat es erzählt: Da war ein lebendiges Lamm und die haben einfach so den Kopf abgeschlachtet. Und die sagen auch ein Wort dafür: Bismillah und danach schlachten sie ihn. Es werden ganz viele Tiere geschlachtet und das tut mir sehr leid.”

Ute H.:

Leila, Schenua  und viele andere Kinder, die in Deutschland geboren sind finden das Schlachten von Tieren am Opferfest nicht gerade toll – auch wenn sie Muslima sind. Aber das Fest selbst mögen sie:

“Also unsere Väter, die schlachten ein Lamm und (andere) den essen wir dann später und braten wir ja, und dann braten wir ich glaub die müssen auch noch zur Moschee gehen und beten und dann kommen die nach Hause und danach müssen wir jüngere Leute immer zu den Älteren Leuten hingehen und danken und müssen dort auch essen.”

Das Fleisch des geschlachteten Schafs wird immer zusammen mit Verwandten verspeist. Oder auch an Arme verschenkt. In Erinnerung an eine Geschichte, die es im heiligen Buch derMoslems, dem Koran,  gibt. Es ist die Geschichte von  Ibrahim , wie Gökhan in der Moschee erzählt bekommen hat:

“Dieser Ibrahim – er wollte einen Sohn. Aber seine Frau – sie konnten keine Kinder zeugen. Darum hat er sich von Gott einen Sohn gewünscht sag ich mal. Dann ist er gekommen, aberGott meinte: Wenn ich sag Du sollst ihn töten, dann wirst Du ihn auch opfern.”

Ibrahim hatte zwei Söhne, Ismail und Isaak. Eines Tages kam ein Engel zu Ibrahim und befahl ihm, seinen Sohn Ismail zu töten. Ibrahim war sehr traurig, dennoch wollte er Gott gehorchen. Doch als er zum Messer griff, hörte er eine Stimme: „Töte Deinen Sohn nicht.“ Da wurde Ibrahim sehr froh, dass sein Sohn gerettet war und er verstand, dass es nur eine Prüfung seines Glaubens gewesen war.

Görkhan:

Dann hat Gott ihm eine Ziege oder Schaf geschickt und dann hat er den geopfert – und seitdem opfern wir auch.”

Ibrahim gibt es übrigens nicht nur bei den Moslems sondern auch bei den Christen. Bei uns heißt er nämlich Abraham. Abraham ist für alle Religionen wichtig, die an einen Gott glauben: Moslems, Juden und Christen. Und auch, wenn die Geschichte zunächst ein bißchen gruselig klingt hat sie doch eine sehr freundliche Bedeutung: Es ist nicht notwendig, im Namen Gottes Blut unter Menschen zu vergießen. Wer statt dessen etwas hergibt von seinemHab und Gut, und seinen Reichtum mit anderen teilt, zum Beispiel ein Schaf, der kann sich Gottes Wohlwollen sicher sein. Sei er nun Jude. Christ oder Moslem.

Oktober 2004, in geänderter Fassung für D-Radio , Kultur, Kakadu

Erzähl Dein Leben!

Dan Bar On ist für pädagogisch und psychologisch interessierten Menschen eine Art  Ikone. Er scheint das scheinbar Unmögliche möglich zu machen: Gegner und Feinde miteinander ins Gespräch bringen.

Story telling – also: Geschichten erzählen nennt er seine Methode. Und, passend dazu, sein Buch und dessen Titel: „Erzähl Dein Leben“.  Dabei ging er bei einer Veranstaltung in Hamburg mit gutem Beispiel voran.

Mit 16 Jahren verließ Dan Bar On das Haus seiner Eltern, in Hamburg aufgewachsene Juden. Von seiner Geburtsstadt Haifa aus ging er ins Kibbuz – und arbeitete auf einer Obstplantage. Bis zu dem Tag, an dem er bemerkte, dass die Menschen, die in der Plantage arbeiteten, ihn doch mehr interessierten als Bäume. So wurde ich Psychologe, erzählt er seinem Publikum.

Story telling – autobiographische Geschichten erzählen, das ist es, was ihn seit den 80er Jahren fasziniert. Damals traf er in Norwegen eine Frau, die zum Judentum konvertiert war, weil sie vermutete, ihr Vater sei Nazi gewesen.

“Dass sie beschlossen hat, ihre Religion zu ändern, Jüdin zu werden, nach Israel zu gehen, also ganz extreme Schritte genommen hat ohne dass sie eigentlich genau wusste, was er getan hat. Dass war für mich auch als Vater und auch als Sohn sehr beunruhigend. Und musste ich mich fragen ob das ein Extremfall ist und habe dann versucht irgendwas  in der Literatur zu finden – aber da gab‘s nichts derzeit.”

Er geht nach Deutschland und startet ein Forschungsprojekt.  „Suche Menschen für Familienerinnerung im 3.Reich.“ Und: Suche Kinder deren Eltern in der SS waren“ steht in seinen Zeitungsannoncen. Zunächst interviewt die Freiwilligen nur, schlägt dann, 1992 beiden Gruppen – Juden und Deutschen, Kinder von Tätern und Opfern – eine Begegnung vor:

“Weil sie auch schon reif waren in dem Sinn, dass sie Sachen bearbeitet haben, hat das geklappt. Also da waren sie wirklich bereit zuzuhören, anzuerkennen Mitleid zu fühlen – das passiert nicht immer. Aber wenn es so passiert, dann ist es wunderbar.”

Seit 2001 leitet Dan Bar On zusammen mit dem Co-Direktor seines Friedesinstituts, einem palästinensischen Professor,  ein Projekt in Israel, in dem jüdische und  palästinensische Lehrer die israelische Geschichte für Schulen aufarbeiten. Es gibt zwei Versionen: eine jüdische und eine palästinensische. Beiden Seiten  haben die gleichen Ereignisse völlig anders erlebt:

“Die Schüler bekommen da ein Heft – sagen wir 1917 – wie erklären jüdische Israelis, was bedeutet für ihn die Balfour – Deklaration. Und die Palästinener erklären, was bedeutet fürihn die Balfour-Deklaration. Die Balfour Deklaration ist ein Ereignis. Aber es wird ganz anders interpretiert und wenn man es so schildert, dass man die andere Seite nicht verletzt,dann, fühlen wir, können Schüler, Eltern und lehrer das akzeptieren.”

Ein Dialog in diesem Sinn erfordert viel Toleranz. Und  Kreativität bei der Suche nach Konfliktlösungen. Prompt kommt im Literaturhaus die Frage aus dem Publikum: Ob Frau Merkel denn gut beraten gewesen sei, dem Wahlgewinner in den Palästinensergebieten, der Hamas, mit dem Stopp der Finanzhilfen zu drohen, wenn diese nicht auf Gewalt verzichtet. Dan Bar-Ons Einschätzung stimmt nachdenklich:

“Ich würde vorschlagen, wir sollen sehr vorsichtig sein die Palästinenser in etwas rein zuschieben, wo sie nicht sein wollen. Da ist ein Bedürfnis für viel Sensibilität und Austausch in der palästinensischen Gesellschaft, auch zur Zeit ein richtiger Kampf wie das weitergehen soll. Ich sage nicht, dass ein Punkt nicht kommt wo es klar sein muss, dass man einen Druck ausübt. Aber ich würde Angst haben vor einem Druck, der zu früh kommt, ohne dass sich die Sachen geklärt haben.”

Reaktionen des Publikums, überwiegend Frauen übrigens:

“Diese Problematik ist ja eine die ständig die Zeitungen füllt auf der politischen Ebene. Aber das ist ja auch ‚ne interessante Thematik im privaten Bereich. (Frau 2) Ich bin ja auch eine aus der Generation, die zwar nicht beteiligt war, aber in derZeit geboren wurde – das Thema Versöhnung interessiert mich.”

Derzeit leitet Dan Bar-On ein Seminar in der Hamburger Körberstiftung. Eine  Begegnung mit der Hansestadt, die auch ein Teil seiner familiären Wurzeln ist. Ein ambivalenter:

„Ich hatte ein langes Gespräch mit meiner gestorbenen Mutter. Dass ich hier zurück komm, ich glaube sie würde das bewundern. Wie sie noch lebte wollte sie eigentlich nicht zurückkehren. Ich hab sie einmal gebeten, wie ich meine Forschung hier gehabt hab, Mitte der 80er, dass sie mitkommen soll und sie zeigt mir die Plätze, wo sie hier gewohnt hat, aber…Sicher ist es immer ein gespaltenes Gefühl: Irgendwie irgendwas Bekanntes, aberirgendwie auch sehr fremd und anders.”

2009, in geänderter Fassung gesendet auf NDR Kultur

Männlich, Migrant, Schulversager?

Jungen gelten als „Verlierer“ im deutschen Bildungssystem. Im Schnitt sind ihre Noten schlechter als die der Mädchen. Sie schaffen seltener einen Abschluss. Innerhalb der „Problemgruppe Jungen“ gelten männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund als besonders schwierige Fälle.

Gökhan Tezgel war ein durchschnittlicher bis guter Schüler. Das Chaos begann mit seiner Pubertät, erinnert er sich:

“Dann hatte ich immer noch einen guten Notendurchschnitt nach der 6. Klasse, habe aber eine Hauptschulempfehlung bekommen von meiner Lehrerin, sie meinte halt aus pädagogischen Gründen, was eigentlich auch totaler Schwachsinn war, ich bin aber trotzdem zur Realschule gegangen, habe das trotzdem konsequent ein Jahr durchgezogen, wo meine Noten dann auch sehr gut waren. Danach hatte ich etwas Probleme mit mir, mit meiner Selbstfindung und ähnliches, dann bin ich sitzengeblieben.”

Hauptschule, Schulverweis, eine andere Hauptschule. Gökhan scheint abzurutschen. Plötzlich der Wendepunkt: Er fängt sich, schafft den Abschluss, einen weiteren an der Realschule, schließt eine Ausbildung ab. Nun, als 20 jähriger, drückt er erneut die Schulbank: Ziel Abitur. Seine Mutter Ayse sagt rückblickend:

“Das hat mit 7.Klasse angefangen. Das ist ja genau die pubertärende Alter. Und das war auch Gökhans Worte wo er gesagt hatte: Bei den anderen machen die Lehrer die Augen zu. Und bei mir machen sie beide Augen auf. Sie warten drauf dass ich irgendwas mache und dann: Siehst Du, in diesen Rahmen passt Du rein!”

Vorurteile der Lehrer, eine strukturelle Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem, Eltern, die ihren Jungen keine Grenzen setzen, pubertierende Jugendliche, die aufbegehren und den Unterricht torpedieren – die Forschung nach Ursachen ergibt einen Strauß unterschiedlicher Problemlagen, Einzelfälle liefern kaum allgemein gültige Erklärungsmuster. Gegenseitige Schuldzuweisungen sind üblich, führen aber nur zu Machtkämpfen. Dabei tragen zumeist alle ihren Teil zur Entwicklung bei. Im Fall der Schulen und Lehrer ist es zum Beispiel die Unfähigkeit, angemessen auf die Probleme der Jugendlichen einzugehen, ja sie überhaupt wahrzunehmen, sagt der Schulexperte und Siegener Soziologieprofessor Reiner Geißler und zitiert Ergebnisse der Pisa – Studie:

Bei Pisa wurde gefragt, die Schüler wurden gefragt: Fühlen Sie sich von ihren Lehrern unterstützt, wenn sie Hilfe brauchen? Und die erste Pisa Studie hat gezeigt: von den 29 OECD Ländern war Deutschland dasjenige, wo sich die Schüler am wenigsten unterstützt fühlten.”

Den Befund lastet Geißler nicht pauschal den Lehrern an Vielmehr fehle in Deutschland noch „eine Kultur des Förderns“. Das deutsche Schulsystem setze generell zu stark auf Selektion – die Auslese vermeintlich schlechter Schüler angelegt. Problemschüler werden so gewissermaßen „nach unten durchgereicht“: Vom Gymnasium, zur Real- zur Hauptschule. Zudem legen wissenschaftliche Befunde nahe, dass Lehrer dabei häufig nicht Leistungen, sondern das Verhalten der Schüler oder ihre Herkunft mit benoten. Gleichzeitig gibt es Jugendliche, die schlechte Noten und Unsicherheit mit einem Übermaß an Macho-Gehabe überspielen und als ständige Störer oder provokante Paschas ihr Umfeld zur Verzweiflung bringen. Die Lehrer wiederum reagieren, indem sie Vorurteile gegenüber Jugendlichen mit Migrationshintergrund aufbauen, kultivieren und die Probleme unreflektiert „der anderen Kultur“ in die Schuhe schieben statt sie als mehr oder minder normale „pubertäre Ausfälle“ zu begreifen:

“Auf der anderen Seite haben wir auch eine Diskriminierung , ich nenn das mal so, es ist ein bisschen scharf formuliert, die in den Schulen stattfindet. Leistungsfähigkeit von Migrantenkindern und auch Leistungen von Migrantenkindern werden nicht so gewürdigt, wie bei einheimischen Kindern, und das ist Diskriminierung. Sie werden nicht richtig gefördert und nicht richtig gewürdigt.”

Viele Schulen haben mittlerweile einen Weg beschritten der zukunftsweisend scheint: Mit Elternabenden, Elterninitiativen, Eltern-Arbeitskreisen werden vor allem die Mütter stärker in der Schule eingebunden. Bei Vätern – von Kindern mit Migrationshintergrund, aber nicht nur – ist das offensichtlich schwerer. Sie scheinen sich nicht, oder noch nicht für die Schulkarriere ihrer Kinder zu interessieren. Wo es gelingt und Eltern und Schule nicht gegen- sondern miteinander arbeiten – zum Wohl der Kinder nämlich- ist eine Lösung der Probleme in greifbarer Nähe.

März 2009, veränderte Fassung gesendet auf “Deutsche Welle”